Cross-Feeding: wie viele Bakterien eine Faser gemeinsam zerlegen
Wie komplexe Ballaststoffe Schritt für Schritt abgebaut werden, wer dabei teilt, wer alles für sich behält und was passiert, wenn ein Glied der Kette fehlt.
Wie sicher ist die Forschung? Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
Dass Ballaststoffe in Arbeitsteilung abgebaut werden und Bakterien ihre Abfälle weitergeben, ist im Labor und in Tierversuchen gut gezeigt und fachlich unbestritten. Wie diese Netzwerke im menschlichen Darm im Einzelnen laufen und ob man sie gezielt stärken kann, ist kaum untersucht.
Gesunder Zustand
Ein Ballaststoff ist selten eine einfache Kette. Die Zellwand einer Pflanze ist ein Geflecht aus Zellulose, Hemizellulosen wie Xylan und Pektinen, mit Seitenketten, Verzweigungen und vielen verschiedenen Bindungen zwischen den Zuckerbausteinen. Für jede Bindungsart braucht es ein passendes Enzym. Der Mensch kann im Dünndarm fast nur Stärke und einfache Zucker spalten, den Rest übernehmen Darmbakterien. Sie teilen sich die Arbeit in Stufen: Erstzerleger brechen die großen Ketten auf, Zweitverwerter vergären die Bruchstücke zu Acetat, Laktat, Succinat und Wasserstoff, und Endverwerter machen daraus Butyrat Eine kurzkettige Fettsäure und die wichtigste Energiequelle der Zellen der Dickdarmwand. Sie stärkt die Barriere und dämpft Entzündungen. Mehr im Kapitel „Butyrat und andere kurzkettige Fettsäuren“, Propionat oder Methan. Diese Weitergabe heißt Cross-Feeding. Welche Schlüsselarten wo sitzen und womit man sie füttert, steht im Kapitel zu den Schlüsselbakterien.
Viele Bacteroides tragen für jede Faserart einen eigenen Werkzeugsatz im Erbgut, einen sogenannten Polysaccharid-Verwertungsort. Dazu gehören ein Sensor, der das Futter erkennt, Bindeproteine und Enzyme an der Zelloberfläche und eine Pforte, durch die die Bruchstücke ins Innere gelangen. Der Satz wird eingeschaltet, wenn das passende Futter ankommt. Welche Sätze eine Art besitzt, entscheidet, was sie fressen kann: Bei Fruktanen unterschieden sich nah verwandte Bacteroides-Arten genau darin, und das sagte bei Mäusen voraus, welche Art sich unter fruktanreichem Futter durchsetzte.
Wie weit ein einzelnes Bakterium kommen kann, zeigt Rhamnogalacturonan-II, ein Pektinbaustein aus pflanzlichen Zellwänden und das am kompliziertesten gebaute Kohlenhydrat, das man kennt. Es enthält 21 verschiedene Bindungen. Bacteroides thetaiotaomicron spaltet 20 davon allein, mit Enzymfamilien, die vorher unbekannt waren, und in einer abgestimmten Reihenfolge, weil manche Bindungen erst zugänglich werden, wenn Seitenketten entfernt sind. Andere Fasern brauchen Spezialisten, die nicht jeder hat: Bakterien, die kristalline Zellulose abbauen, fanden sich in einer französischen Studie vor allem bei Menschen, die Methan bilden; bei den übrigen übernahmen Bacteroidetes den Abbau von Zellwänden aus Spinat. Ruminococcus bromii wiederum hat sich auf Stärke spezialisiert: 15 seiner 21 Spaltenzyme gehören zu einer einzigen Stärke-Familie, und er ordnet sie an seiner Oberfläche zu Komplexen an, sogenannten Amylosomen.
Beim Zerlegen fällt für andere etwas ab, und das ist oft kein Zufall. Bei Bacteroides arbeiten manche Enzyme außerhalb der Zelle oder werden in kleinen Membranbläschen verschickt. Die freigesetzten Bruchstücke ernähren Arten, die die ganze Faser allein nicht nutzen könnten. Bacteroides ovatus zerlegt Inulin sogar auf eigene Kosten außerhalb der Zelle und füttert damit Bacteroides vulgatus; bei Mäusen lohnte sich das für ihn, weil er im Gegenzug Vorteile bekam. Bei Xylan aus Getreide teilen sich Roseburia intestinalis und Bacteroides das Futter, weil sie unterschiedlich große Bruchstücke bevorzugen: Roseburia nimmt am liebsten Stücke aus vier bis fünf Bausteinen auf. Und Bifidobacterium bifidum zerlegt Muttermilch-Zucker so, dass andere Bifidobakterien mitessen.
Die zweite Ebene des Cross-Feedings sind die Abfälle der Vergärung. Faecalibacterium und Roseburia nehmen beim Bilden von Butyrat Acetat auf, das andere abgegeben haben. Anaerobutyricum hallii verwertet Laktat und baut außerdem 1,2-Propandiol, ein Abbauprodukt bestimmter Zucker, zu Propionat um; dafür bildet es selbst Vitamin B12 und fand sich im Stuhl von drei Vierteln der untersuchten Erwachsenen. Wasserstoff, der bei fast jeder Vergärung entsteht, nehmen drei Gruppen ab: Sulfatreduzierer machen daraus Schwefelwasserstoff, methanbildende Archaeen Methan und acetogene Bakterien Acetat. Alle drei kommen im menschlichen Darm nebeneinander vor.
Auch der Schleim der Darmwand wird geteilt. Akkermansia Ein Darmbakterium, das vom Schleim der Darmwand lebt und dessen Erneuerung anregt. Viel davon geht in Studien oft mit gutem Stoffwechsel einher. Mehr im Kapitel „Die Schleimschicht und Zusatzstoffe“ zerlegt die Zuckerketten des Schleims und gibt Zucker und Acetat frei. In Mischkulturen wuchsen damit Faecalibacterium, Anaerostipes und Anaerobutyricum hallii, die selbst keinen Schleim abbauen, und bildeten Butyrat. Umgekehrt lieferte A. hallii eine Form von Vitamin B12, mit der Akkermansia Propionat bilden konnte. So kann direkt an der Darmwand Butyrat entstehen, auch wenn gerade keine Ballaststoffe ankommen; gezeigt ist das bisher nur im Labor.
Gestörter Zustand: Ursachen und Folgen
Fällt ein Glied der Kette aus, bleiben Zwischenprodukte liegen. Im gesunden Dickdarm bleibt Laktat niedrig, weil Laktatverwerter es zu Butyrat und Propionat umbauen. Bei Chronisch-entzündliche Darmerkrankung Sammelbegriff für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: dauerhafte, in Schüben verlaufende Entzündungen des Darms, die ärztlich behandelt werden müssen. Mehr im Kapitel „Immunsystem und Entzündung“ kann es sich dagegen stark anreichern. In einem Labormodell der menschlichen Mikrobiom, Darmflora Die Gemeinschaft aller Mikroben im Darm, vor allem Bakterien, dazu Viren, Pilze und Archaeen. Die meisten leben im Dickdarm. Mehr im Kapitel „Mikrobielle Vielfalt aufbauen“ staute sich zugeführtes Laktat vor allem bei einem sauren pH-Wert von 5,5 an, Butyrat und Propionat sanken, und die Zusammensetzung verschob sich. Gemeinschaften mit wenigen Laktatverwertern waren von vornherein weniger stabil.
Wer den Wasserstoff abnimmt, entscheidet über das Gas. Überwiegen Methanbildner oder Sulfatreduzierer, entstehen mehr Methan oder Schwefelwasserstoff statt Acetat. Beide werden zunehmend mit Reizdarmsyndrom Wiederkehrende Bauchschmerzen, die mit dem Stuhlgang zusammenhängen, ohne dass Untersuchungen eine andere Ursache finden. Heute als Störung der Darm-Hirn-Verbindung verstanden. Mehr im Kapitel „Die Darm-Hirn-Achse“ in Verbindung gebracht, und Methan im Atemtest Nach dem Trinken einer Zuckerlösung wird mehrmals Wasserstoff und Methan in der Atemluft gemessen. So lassen sich Zucker-Unverträglichkeiten und Hinweise auf eine Dünndarmfehlbesiedlung erkennen. Mehr im Kapitel „Darmtests: was sie aussagen und was nicht“ geht häufiger mit Verstopfung einher. Was die Balance zwischen den drei Wasserstoff-Abnehmern bestimmt, ist noch nicht geklärt. Mehr dazu im Kapitel zu Schwefelwasserstoff und Methan.
Teilen lässt sich ausnutzen. Arten, die nur Bruchstücke abgreifen, wuchsen im Labor unter Umständen schneller als die Erstzerleger, die die Arbeit machten. Manche Erstzerleger teilen deshalb wenig: Bacteroides thetaiotaomicron arbeitet bei Hefe-Mannan, dem Zellwandzucker von Back- und Bierhefe, ausgesprochen egoistisch. Es schneidet an der Oberfläche nur grob vor und zieht die großen Stücke nach innen, sodass für andere kaum etwas übrig bleibt. Ob eine Faser viele Arten ernährt oder wenige, hängt also auch davon ab, wer sie zuerst erwischt.
Fehlt der Spezialist, bleibt die Faser liegen. Ohne Ruminococcus bromii wird resistente Stärke kaum vergoren, und kristalline Zellulose können nur wenige Arten abbauen, die nicht jeder trägt. Arten können durch ballaststoffarme Kost über Generationen verloren gehen. Wer auf eine Faser kaum reagiert, hat deshalb womöglich eine Kette, der ein Glied fehlt; sicher feststellen lässt sich das bisher nicht.
Eine ehrliche Einschränkung: Fast alles in diesem Kapitel stammt aus Reinkulturen, Mischkulturen weniger Arten, Labormodellen und keimfreien Mäusen. Wie diese Netzwerke im menschlichen Dickdarm mit Hunderten Arten tatsächlich laufen, ist weitgehend ungemessen, und kein Stuhltest kann es heute abbilden. Gesichert ist das Prinzip, nicht die Einzelheiten für einen bestimmten Menschen.
Was oft hilft
Lebensstil
Ernährung, Bewegung, Schlaf, Kontakte und Stressumgang.
- Ganze Pflanzen statt nur einzelner Fasern Eine Zellwand aus Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn oder Obst enthält viele Faserarten zugleich, von Zellulose über Xylan bis Pektin. Daran arbeiten viele Spezialisten, und mehr Arten bekommen etwas ab. Ein reines Pulver liefert dagegen nur eine Struktur für wenige Arten. Belegt ist das bisher vor allem im Labor. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1][2][3]
- Einer neuen Faser Zeit geben Bakterien schalten ihre Werkzeugsätze ein, wenn das passende Futter ankommt, und Gruppen, die es nutzen, vermehren sich innerhalb von Tagen. Eine neue Faser deshalb in kleiner Menge beginnen und zwei bis vier Wochen beobachten, bevor du entscheidest, ob sie dir bekommt. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [4][2]
- Gas als Teil der Kette verstehen Wasserstoff entsteht bei jeder Vergärung und ist normal. Ob daraus Methan, Schwefelwasserstoff oder Acetat wird, hängt von den Abnehmern ab. Im Tagebuch lohnt es sich, nicht nur die Menge, sondern auch Geruch und Stuhlform zu notieren: Fauliger Geruch und harter, seltener Stuhl sind Hinweise, die bei einer ärztlichen Abklärung helfen. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5][6]
Natürliche Supplemente
Nahrungsergänzung ersetzt keine Abklärung. Dosierung und Wechselwirkungen besprich mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.
- Mehrere Fasern in kleinen Mengen statt einer in großer Jede Faser füttert ihre eigenen Spezialisten, und mehr von derselben bringt ab einer gewissen Menge nichts: Bei resistenter Stärke flachte die Wirkung in einer Studie ab etwa 35 g am Tag ab. Wer Pulver nimmt, verteilt lieber kleine Mengen verschiedener Fasern, etwa Guarkernmehl, Kartoffelstärke und Pektin, als viel von einem. Für Mischungen gibt es kaum direkte Vergleichsstudien. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [7][1][8]
- Ein Probiotikum ersetzt keine Kette Kapseln enthalten meist Milchsäurebakterien oder Bifidobakterien, also Zweitverwerter. Die Erstzerleger und die streng sauerstoffscheuen Endverwerter fehlen. Nach Antibiotika verzögerte ein Probiotikum die Erholung der eigenen Flora sogar. Laktatverwerter werden als künftige Probiotika diskutiert, sind aber nicht erhältlich. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [9][10][11]
Medizinische Eingriffe
Information, keine Behandlungsempfehlung. Entscheide gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt. Zulassung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Land.
- Methan im Atemtest: ein Glied der Kette Methanbildner sind Wasserstoff-Abnehmer, und Methan geht häufiger mit Verstopfung einher. Ein Atemtest kann das zeigen, sollte aber nach Konsens-Kriterien ausgewertet und ärztlich eingeordnet werden. Behandelt wird zuerst die Verstopfung nach Leitlinie; Antibiotika gegen Methanbildner haben eigene Nebenwirkungen und stören auch den Rest der Kette. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [12][13][5]
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So bewerten wir die Studienlage
- Vertrauens-Score 5 von 5:Gesichert
- Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen.
- Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt
- Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis.
- Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend
- Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien.
- Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
- Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft.
- Vertrauens-Score 1 von 5:Experimentell
- Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
Quellen
- Laborstudie 2016: Apfelpektin fördert gezielt Lachnospira eligens, Fermenter mit der Stuhlflora von drei Menschen (BMC Biology)
- Studie 2010: Die Werkzeugsätze für Fruktane entscheiden, welche Bacteroides-Art sich durchsetzt, Labor und Mäuse (Cell)
- Laborstudie 2017: Bacteroides thetaiotaomicron spaltet 20 der 21 Bindungen von Rhamnogalacturonan-II, dem kompliziertesten Pektinbaustein (Nature)
- Studie 2011: Resistente Stärke lässt Verwandte von Ruminococcus bromii und Eubacterium rectale aufblühen, kontrollierte Ernährungsstudie mit 14 Männern (ISME Journal)
- Übersicht 2019: Wasserstoff-Abnehmer im Darm, Sulfatreduzierer, Methanbildner und acetogene Bakterien (Gut Microbes)
- Studie 2010: Zellulose abbauende Bakterien im Stuhl unterscheiden sich je nachdem, ob jemand Methan bildet (FEMS Microbiology Ecology)
- Studie 2020: Kleine Unterschiede im Aufbau resistenter Stärke entscheiden über Butyrat oder Propionat, Wirkung flacht ab etwa 35 g ab (Cell Host & Microbe)
- Laborstudie 2018: Roseburia intestinalis und Bacteroides teilen sich Xylan, weil sie unterschiedlich große Bruchstücke aufnehmen (Nature Microbiology)
- Zmora et al. 2018: Probiotika siedeln sich in der Darmschleimhaut nur bei manchen Menschen an (Cell)
- Suez et al. 2018: Probiotika verzögern die Erholung des Mikrobioms nach Antibiotika (Cell)
- Laborstudie 2020: Bei saurem pH staut sich Laktat, Butyrat und Propionat sinken, Gemeinschaften mit wenigen Laktatverwertern sind instabiler (mSystems)
- Kunkel et al. 2011: Methan im Atemtest und Verstopfung, Meta-Analyse (Digestive Diseases and Sciences)
- Rezaie et al. 2017: Nordamerikanischer Konsens zu Wasserstoff- und Methan-Atemtests (American Journal of Gastroenterology)
- Übersicht 2016: Bifidobakterien und Butyratbildner im Darm, Cross-Feeding und wie man sie fördert (Frontiers in Microbiology)
- Belenguer et al. 2006: Zwei Wege des Cross-Feedings zwischen Bifidobakterien und Butyratbildnern, Laborstudie (Applied and Environmental Microbiology)
- Übersicht 2017: Polysaccharid-Verwertungsorte, die Werkzeugsätze der Bacteroidetes für Fasern (Journal of Bacteriology)
- Laborstudie 2015: Ruminococcus bromii ordnet seine Stärke-Enzyme zu Amylosomen an (mBio)
- Laborstudie 2014: Bacteroidales teilen Faser-Bruchstücke über Enzyme in Membranbläschen, ein Netzwerk aus Erzeugern und Empfängern (Current Biology)
- Studie 2016: Bacteroides ovatus zerlegt Inulin auf eigene Kosten für andere Arten und profitiert im Gegenzug, Labor und Mäuse (Nature)
- Laborstudie 2018: Bifidobacterium bifidum teilt Bruchstücke von Muttermilch-Zuckern mit anderen Bifidobakterien (Scientific Reports)
- Laborstudie 2002: Faecalibacterium und Roseburia nehmen beim Bilden von Butyrat Acetat auf (Applied and Environmental Microbiology)
- Laborstudie 2004: Laktatverwertende Bakterien aus menschlichem Stuhl bilden Butyrat, Faecalibacterium und Roseburia können das kaum (Applied and Environmental Microbiology)
- Studie 2016: Anaerobutyricum hallii bildet Vitamin B12 und Propionat aus 1,2-Propandiol, im Stuhl von 74 % der 325 Erwachsenen (Frontiers in Microbiology)
- Laborstudie 2017: Akkermansia setzt Schleimzucker frei, Butyratbildner wachsen damit mit, Vitamin B12 geht in die Gegenrichtung (mBio)
- Laborstudie 2015: Bacteroides thetaiotaomicron verwertet Hefe-Mannan egoistisch, kaum etwas bleibt für andere (Nature)
- Sonnenburg et al. 2016: Ballaststoffarme Kost führt über Generationen zu unumkehrbarem Artenverlust, Mausstudie (Nature)
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