Opportunistische Pathogene

Saccharomyces boulardii: die probiotische Hefe

Warum eine Hefe Antibiotika übersteht, wogegen sie nachweislich hilft und wann sie gefährlich werden kann.

Wie sicher ist die Forschung? Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt

Gut belegt: S. boulardii halbiert etwa das Risiko für Durchfall durch Antibiotika und lindert Nebenwirkungen einer Helicobacter-Behandlung. Bei C. difficile nur als Ergänzung und mit schwacher Empfehlung. Bei Reizdarm sind die Ergebnisse widersprüchlich. Eine Hefe-Blutvergiftung ist selten, bei schwer Kranken aber ein reales Risiko.

Gesunder Zustand

Saccharomyces boulardii ist eine Hefe, genetisch eine Variante der Backhefe. Anders als Backhefe wächst sie gut bei Körpertemperatur und übersteht Magensäure und Galle. Weil sie kein Bakterium ist, schaden ihr Antibiotika nicht. Sie siedelt sich nicht dauerhaft an: Innerhalb weniger Tage stellt sich eine gleichbleibende Menge im Darm ein, und wenige Tage nach dem Absetzen ist sie wieder ausgeschieden. Pilze machen insgesamt nur einen sehr kleinen Teil der Darmbewohner aus; mehr dazu im Kapitel zu Pilzen und Candida.

Wie sie wirkt: Sie gibt eine Protease ab, ein Enzym, das die Giftstoffe von Clostridioides difficile Ein Bakterium, das sich nach Antibiotika ausbreiten kann und mit seinen Giften schweren Durchfall auslöst. Mehr im Kapitel „Nach Antibiotika: C. difficile und die Stuhltransplantation“ zerschneidet. Das wurde an Rattendarm und an menschlicher Darmschleimhaut gezeigt. Dazu kommen Hinweise aus Labor- und Tierversuchen: Zuckerstrukturen in der Zellwand der Hefe binden manche Krankheitserreger wie ein Köder, und die Hefe beeinflusst die Abwehr in der Darmschleimhaut. Wie viel davon beim Menschen im Alltag ankommt, ist weniger klar als der Nutzen in den Studien.

Warum Antibiotika überhaupt Durchfall machen: Sie lichten die Mikrobiom, Darmflora Die Gemeinschaft aller Mikroben im Darm, vor allem Bakterien, dazu Viren, Pilze und Archaeen. Die meisten leben im Dickdarm. Mehr im Kapitel „Mikrobielle Vielfalt aufbauen“ aus. Weniger Bakterien vergären Ballaststoffe, es entstehen weniger Kurzkettige Fettsäuren Säuren wie Acetat, Propionat und Butyrat, die Darmbakterien aus Ballaststoffen bilden. Sie nähren die Darmwand und wirken im ganzen Körper. Mehr im Kapitel „Butyrat und andere kurzkettige Fettsäuren“, die dem Dickdarm helfen, Wasser aufzunehmen. Auch der Umbau der Gallensäuren Von der Leber gebildete Stoffe, die Fett verdaulich machen. Etwa 95 Prozent werden im letzten Dünndarmabschnitt zurückgeholt, Darmbakterien wandeln den Rest um. Mehr im Kapitel „Gallensäuren: wenn Galle Durchfall macht“ gerät durcheinander, sodass mehr von ihnen den Darm reizen. Und es entsteht eine Lücke, in die sich Keime wie C. difficile setzen können. Die Hefe füllt diese Lücke nicht dauerhaft, sie wirkt eher als Platzhalter, bis die Flora sich erholt.

Durchfall durch Antibiotika: In 21 Randomisierte Studie Eine Studie, in der das Los entscheidet, wer die Behandlung bekommt und wer zum Vergleich nicht. Das macht Ergebnisse besonders verlässlich. mit 4780 Teilnehmenden sank das Risiko von 18,7 % auf 8,5 %. Zehn Menschen müssen sie nehmen, damit einer keinen Durchfall bekommt. Bei Kindern und Erwachsenen war der Effekt ähnlich.

Helicobacter pylori: Als Zusatz zur Behandlung verringerte sie Durchfall als Nebenwirkung und erhöhte die Heilungsrate leicht, bei Erwachsenen um etwa sechs Prozentpunkte. Die Behandlung besteht aus mehreren Antibiotika und einem Säureblocker, trifft die Darmflora also doppelt.

AntibiotikumBakterien getroffenHefe bleibt aktivC.-difficile-ToxinEnzym zerschneidet Gift
Das Antibiotikum trifft die Bakterien, die Hefe bleibt. Sie zerschneidet mit einem Enzym die Giftstoffe von C. difficile.

Gestörter Zustand: Ursachen und Folgen

C. difficile: Vorbeugend senkte S. boulardii das Risiko in der Meta-Analyse Eine Auswertung, die die Ergebnisse mehrerer Studien zusammenrechnet. Sie ist nur so gut wie die Studien, die sie einschließt. nur bei Kindern deutlich, bei Erwachsenen nicht. Die US-Gastroenterologen schlagen sie für Menschen unter Antibiotika mit hohem C.-difficile-Risiko vor, mit schwacher Empfehlung. Zur Behandlung einer bestehenden Infektion empfehlen sie Probiotika Lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge einen Nutzen haben sollen. Die Wirkung hängt vom einzelnen Stamm ab. Mehr im Kapitel „Fermentierte Lebensmittel richtig nutzen“ nur in Studien. Mehr zur Infektion im Kapitel zu Antibiotika und C. difficile.

Reizdarmsyndrom Wiederkehrende Bauchschmerzen, die mit dem Stuhlgang zusammenhängen, ohne dass Untersuchungen eine andere Ursache finden. Heute als Störung der Darm-Hirn-Verbindung verstanden. Mehr im Kapitel „Die Darm-Hirn-Achse“: Für den Stamm CNCM I-745 sind die Ergebnisse widersprüchlich. Eine andere Hefe, Saccharomyces cerevisiae CNCM I-3856, schnitt in einer Meta-Analyse besser ab. Das Etikett nennt nicht immer den Stamm, und Ergebnisse gelten nur für den geprüften.

Das Risiko: Selten gelangt die Hefe ins Blut. Auf einer Intensivstation erkrankten 2003 drei Patienten an einer Hefe-Blutvergiftung, einziger gemeinsamer Risikofaktor war S. boulardii. Gefährdet sind vor allem schwer Kranke auf der Intensivstation, nach Bauchoperationen und mit Venenkatheter. In einer Auswertung von 60 Fällen lagen die meisten Betroffenen auf der Intensivstation, und 17 starben. Auch aus Finnland wurden Fälle beschrieben. Zwei Wege werden diskutiert: Die Hefe wandert bei geschädigter Darmwand durch die Schleimhaut, oder sie gelangt über verunreinigte Hände und Katheter in die Blutbahn, etwa wenn Kapseln im Krankenzimmer geöffnet werden. Beides trifft Gesunde kaum.

Mittel gegen Pilze (Antimykotika) wirken auch gegen S. boulardii. Während einer solchen Behandlung bringt sie wenig. Bei Hefe-Allergie ist sie ungeeignet. Manche berichten unter ihr von Blähungen oder Verstopfung; wer dann länger dabei bleibt, sollte den Nutzen prüfen. Bei Morbus Crohn bilden manche Menschen Antikörper gegen Bäckerhefe; ob das für die Einnahme eine Rolle spielt, ist unklar. Sprich das mit dem Behandlungsteam ab.

Unterschiede zwischen Personen: Bei Kindern ist die Studienlage für Antibiotika-Durchfall am besten, bei älteren Menschen ist das Risiko für C. difficile höher, die Datenlage für sie dünner. In der Schwangerschaft und Stillzeit fehlen gute Studien. Bei Immunschwäche überwiegt in der Regel das Risiko.

Intensivstation, VenenkatheterBlutHefe im Blutselten, aber gefährlich
Bei schwer Kranken mit Venenkatheter kann die Hefe selten ins Blut gelangen.

Was oft hilft

Lebensstil

Ernährung, Bewegung, Schlaf, Kontakte und Stressumgang.

  • Bei Durchfall zuerst Flüssigkeit und Salze Das Wichtigste bei akutem Durchfall ist, Wasser und Salze zu ersetzen, etwa mit einer Trinklösung aus der Apotheke. Probiotika kommen danach. Gesichert So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
  • Kein Dauerprodukt S. boulardii wirkt nur, solange man sie nimmt. Für einen gezielten Zeitraum ist sie sinnvoll. Als tägliche Dauergabe ohne Anlass ist sie nicht untersucht. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
  • Nach dem Antibiotikum die Flora füttern Pflanzliche Vielfalt, Ballaststoffe aus Hülsenfrüchten, Haferflocken und Gemüse sowie fermentierte Lebensmittel unterstützen die Erholung der eigenen Darmflora. Ein Probiotikum ersetzt das nicht. Gut belegt ist das für einzelne Lebensmittel nicht, es ist eine plausible Ergänzung. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Natürliche Supplemente

Nahrungsergänzung ersetzt keine Abklärung. Dosierung und Wechselwirkungen besprich mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.

  • Während einer Antibiotika-Behandlung Am ersten Tag des Antibiotikums beginnen und bis etwa eine Woche nach dem Ende fortsetzen. Studien nutzten meist 250 bis 500 mg ein- bis zweimal täglich. Da die Hefe von Antibiotika nicht angegriffen wird, ist kein zeitlicher Abstand nötig. Nicht bei Venenkatheter, schwerer Krankheit oder starker Immunschwäche: Dann kann die Hefe selten ins Blut gelangen und eine schwere Infektion auslösen. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1][2][3]
  • Bei einer Helicobacter-Behandlung Zusätzlich genommen verringert sie Durchfall als Nebenwirkung und kann helfen, die Behandlung durchzuhalten. Auch hier nicht bei Venenkatheter, schwerer Krankheit oder starker Immunschwäche. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [4][5]
  • Nicht zusammen mit Pilzmitteln Mittel gegen Pilze machen die Hefe unwirksam. Während einer solchen Behandlung lieber ein bakterielles Probiotikum mit Studien wählen oder ganz verzichten. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
  • Auf den Stamm achten Die meisten Studien nutzten den Stamm CNCM I-745. Ein Produkt, das nur „Saccharomyces boulardii“ nennt, ist nicht automatisch dasselbe. Ein Präparat mit genanntem Stamm und Keimzahl ist besser einzuordnen. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2][6]

Medizinische Eingriffe

Information, keine Behandlungsempfehlung. Entscheide gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt. Zulassung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Land.

  • Nicht bei schwerer Krankheit, Venenkatheter oder starker Immunschwäche Hier kann die Hefe ins Blut gelangen. Auf Intensivstationen, nach großen Bauchoperationen, mit zentralem Venenkatheter oder bei starker Immunschwäche nur nach ärztlicher Abwägung. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [7][8]
  • Bei C. difficile nur ergänzend Eine C.-difficile-Infektion wird mit Antibiotika oder einer Stuhltransplantation behandelt. S. boulardii kann vorbeugend bei hohem Risiko erwogen werden, ersetzt die Behandlung aber nicht. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [9][1]
  • Akuter Durchfall bei Kindern: Leitlinien uneinig Die europäischen Kinder-Gastroenterologen nennen für bestimmte Situationen einzelne Probiotika-Stämme, die US-Gastroenterologen raten bei akutem Infekt von Kindern davon ab. Mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprechen. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [10][9]
  • Warnzeichen gehören zur Praxis, nicht ins Probiotikum Blutiger oder schwarzer Stuhl, Fieber, starke Bauchschmerzen, Durchfall länger als etwa drei Tage oder Zeichen von Austrocknung brauchen ärztliche Abklärung. Ein Probiotikum ist dann nicht die richtige Antwort. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Aus der Community: Was Betroffene berichten

Erfahrungen und Tipps von Betroffenen, die immer wieder auftauchen, für die es aber noch keine aussagekräftigen Studien gibt. Sie sind ausdrücklich kein Beleg.

  • Verstopfung und Blähungen unter S. boulardii

    In SIBO- und Mikrobiom-Gemeinschaften kehrt die Beobachtung wieder, dass eine durchgehende Einnahme von S. boulardii Verstopfung, Blähungen und teils Benommenheit oder Unruhe auslöst oder verstärkt. Mehrfach heißt es, Verstopfung sei zu erwarten, wenn ohnehin eine Methan-Überwucherung vorliegt, und man solle die Hefe dann absetzen. Andere berichten genau das Gegenteil: Für sie war sie das einzige Mittel, das half.

    Beleglage: keine Studien Wo berichtet wird: r/SIBO (Reddit-Community),r/Microbiome (Reddit-Community),r/ibs (Reddit-Community)

  • Nach einem Blastocystis-Befund

    In r/ibs berichten immer wieder Betroffene, sie hätten nach einem positiven Blastocystis-Befund im Stuhl ihre durchfallbetonten Reizdarmbeschwerden mit S. boulardii weitgehend verloren; Berichte, das Mittel habe den Reizdarm geheilt, kehren in vielen Abwandlungen wieder. Wichtig: Bei schwer kranken oder immungeschwächten Menschen und bei einem liegenden Venenkatheter wird die Hefe mit Blutvergiftungen in Verbindung gebracht – die im Forum verbreitete Dauereinnahme übersieht diese Grenze.

    Beleglage: erste Hinweise Wo berichtet wird: r/ibs (Reddit-Community),r/Microbiome (Reddit-Community)

Erfahrungsberichte können täuschen: Was vielen hilft, kann Placebo sein, und was einem hilft, kann anderen schaden. Nimm sie als Anregung für Fragen an Ärztin, Arzt oder Apotheke – nicht als Anleitung.

Lust auf etwas ganz anderes? Noch eins, zufällig

So bewerten wir die Studienlage
Vertrauens-Score 5 von 5:Gesichert
Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen.
Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt
Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis.
Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend
Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien.
Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft.
Vertrauens-Score 1 von 5:Experimentell
Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Quellen

  1. Szajewska und Kołodziej 2015: Meta-Analyse zu Saccharomyces boulardii gegen Antibiotika-Durchfall, 21 Studien (Alimentary Pharmacology & Therapeutics)
  2. Übersicht 2026: S. boulardii CNCM I-745 bei Durchfall von Erwachsenen und Kindern
  3. Rannikko et al. 2021: Hefe im Blut nach Einnahme von S. boulardii, Fälle aus Finnland (Emerging Infectious Diseases)
  4. Meta-Analyse 2026: S. boulardii zusätzlich zur Behandlung von Helicobacter pylori, 19 randomisierte Studien
  5. Meta-Analyse 2026: S. boulardii verringert Durchfall als Nebenwirkung der Helicobacter-Behandlung
  6. Meta-Analyse 2026: Wirksamkeit einzelner Probiotika-Stämme bei Reizdarm, nur placebokontrollierte Studien
  7. Muñoz et al. 2005: Drei Fälle von Hefe im Blut auf einer Intensivstation im Jahr 2003, einziger Risikofaktor war S. boulardii (Clinical Infectious Diseases)
  8. Studie 2026: Infektionen mit Saccharomyces cerevisiae an sterilen Körperstellen und ihre Risikofaktoren
  9. Su et al. 2020: AGA-Leitlinie zu Probiotika bei Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterology)
  10. Europäische Kinder-Gastroenterologen (ESPGHAN) 2023: Positionspapier zu Probiotika bei Magen-Darm-Erkrankungen von Kindern
  11. McFarland 2010: Meta-Analyse zu Saccharomyces boulardii bei Erwachsenen (World Journal of Gastroenterology)
  12. Studie 1999: Eine Protease aus S. boulardii hemmt die Toxine von C. difficile in menschlicher Darmschleimhaut

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