Immunsystem und Entzündung

Haut und Darm: was an der Darm-Haut-Achse dran ist

Akne, Rosazea, Neurodermitis, Schuppenflechte: Welche Verbindungen zum Darm belegt sind, wo eine echte Krankheit dahintersteckt und wo der Hype beginnt.

Wie sicher ist die Forschung? Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend

Einige Verbindungen sind gut belegt: Die Duhring-Krankheit ist eine Hautform der Zöliakie, und Schuppenflechte tritt gehäuft zusammen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auf. Der Zusammenhang zwischen Rosazea und Dünndarmfehlbesiedlung stützt sich auf wenige kleine Studien. Probiotika helfen bei Neurodermitis kaum und sind bei Akne nur in kleinen Studien untersucht.

Ursache oder Folge? Grundursache 1 von 5:Meist Folge

Hautveränderungen sind bei Darmproblemen meist Begleiterscheinung, nicht Auslöser.

Gesunder Zustand

Haut und Darm haben viel gemeinsam: Beide sind Grenzflächen zur Außenwelt, beide sind dicht von Mikroben besiedelt, und an beiden lernt das Immunsystem, Harmloses zu dulden. Forschende sprechen von einer Darm-Haut-Achse. Gemeint ist, dass Stoffe aus Nahrung und Darmbakterien und Immunzellen aus dem Darm auch die Haut beeinflussen können. Das ist bisher vor allem ein Denkmodell; welche Wege beim Menschen wirklich zählen, ist erst teilweise verstanden.

Am klarsten zeigt sich die Verbindung bei Krankheiten, die beide Organe betreffen. Chronisch-entzündliche Darmerkrankung Sammelbegriff für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: dauerhafte, in Schüben verlaufende Entzündungen des Darms, die ärztlich behandelt werden müssen. Mehr im Kapitel „Immunsystem und Entzündung“ können sich an der Haut zeigen, etwa als schmerzhafte rote Knoten an den Schienbeinen (Erythema nodosum) oder als tiefe, schlecht heilende Geschwüre (Pyoderma gangraenosum). Die europäische Fachgesellschaft zählt sie zu den typischen Begleiterkrankungen außerhalb des Darms.

Auch umgekehrt gilt: Wer eine entzündliche Hautkrankheit hat, hat häufiger eine Darmerkrankung. Eine Meta-Analyse Eine Auswertung, die die Ergebnisse mehrerer Studien zusammenrechnet. Sie ist nur so gut wie die Studien, die sie einschließt. mit fast acht Millionen Menschen fand bei Schuppenflechte ein etwa 1,7-fach höheres Risiko für Colitis ulcerosa und ein etwa 2,5-fach höheres für Morbus Crohn. Gemeinsame Erbanlagen und gemeinsame Entzündungswege werden als Erklärung diskutiert. Bei Neurodermitis ist das zusätzliche Risiko für eine Darmentzündung kleiner.

DarmHautImmunsignalebeide im Gleichgewicht
Darm und Haut sind beide besiedelte Grenzflächen. Über Immunsignale und Stoffwechselprodukte stehen sie in Verbindung.

Gestörter Zustand: Ursachen und Folgen

Die Duhring-Krankheit (Dermatitis herpetiformis) ist kein Hype, sondern eine Hautform der Zöliakie Eine Autoimmunerkrankung, bei der Gluten die Dünndarmschleimhaut schädigt. Sie wird mit einem Bluttest und meist einer Gewebeprobe festgestellt, solange man noch Gluten isst. Mehr im Kapitel „Laktose, Fruktose, Gluten: Unverträglichkeiten richtig einordnen“. Sie macht stark juckende, gruppierte Bläschen, typisch an Ellbogen, Knien und Gesäß. Darmbeschwerden fehlen oft, trotzdem haben drei von vier Betroffenen eine Zottenschädigung im Dünndarm. Eine Meta-Analyse fand sie bei rund 7 Prozent der Menschen mit Zöliakie, bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern. Die Behandlung ist eine lebenslang glutenfreie Ernährung, zu Beginn meist zusammen mit einem Medikament gegen Juckreiz und Bläschen.

Rosazea, die anhaltende Gesichtsrötung mit Pickelchen, hängt in Registern mit Darmerkrankungen zusammen. In Dänemark hatten Menschen mit Rosazea häufiger Zöliakie, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Reizdarmsyndrom Wiederkehrende Bauchschmerzen, die mit dem Stuhlgang zusammenhängen, ohne dass Untersuchungen eine andere Ursache finden. Heute als Störung der Darm-Hirn-Verbindung verstanden. Mehr im Kapitel „Die Darm-Hirn-Achse“. In einer italienischen Studie hatten 52 von 113 Menschen mit Rosazea eine Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) Zu viele Bakterien im Dünndarm, wo normalerweise wenige leben. Typisch sind Blähbauch und Durchfall, nachgewiesen wird sie meist mit einem Atemtest. Mehr im Kapitel „Wenn der Dünndarm zu dicht besiedelt ist“ im Atemtest Nach dem Trinken einer Zuckerlösung wird mehrmals Wasserstoff und Methan in der Atemluft gemessen. So lassen sich Zucker-Unverträglichkeiten und Hinweise auf eine Dünndarmfehlbesiedlung erkennen. Mehr im Kapitel „Darmtests: was sie aussagen und was nicht“, aber nur 3 von 60 Gesunden. Nach Behandlung mit dem Antibiotikum Rifaximin verschwand die Rosazea bei 20 von 28, unter Placebo Ein Scheinmittel ohne Wirkstoff. Der Vergleich damit zeigt, wie viel ein Mittel über Erwartung und Zufall hinaus bewirkt. nicht.

Das klingt eindrucksvoll, beruht aber vor allem auf dieser einen kleinen Studie. Im dänischen Register hing Rosazea nicht mit einer diagnostizierten Fehlbesiedlung zusammen, und zwischen Rosazea und dem Magenkeim Helicobacter fand eine Meta-Analyse nur einen schwachen, unsicheren Zusammenhang; dessen Behandlung besserte die Rosazea nicht sicher.

Bei Akne geht es weniger um Darmbakterien als um Ernährung und Hormone. In einer Randomisierte Studie Eine Studie, in der das Los entscheidet, wer die Behandlung bekommt und wer zum Vergleich nicht. Das macht Ergebnisse besonders verlässlich. besserte eine Kost mit niedriger glykämischer Last, also weniger schnell verfügbaren Kohlenhydraten, die Akne stärker als die Vergleichskost; die Teilnehmenden nahmen dabei aber auch ab. Beobachtungsstudien verbinden viel Milch, besonders Magermilch, mit mehr Akne, Joghurt und Käse dagegen nicht. Ob Milch die Ursache ist, ist offen.

Bei Neurodermitis (atopischer Dermatitis) sind Probiotika Lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge einen Nutzen haben sollen. Die Wirkung hängt vom einzelnen Stamm ab. Mehr im Kapitel „Fermentierte Lebensmittel richtig nutzen“ gut untersucht, mit ernüchterndem Ergebnis: Eine Cochrane-Übersicht mit 39 Studien kam zu dem Schluss, dass die verfügbaren Stämme die Beschwerden wahrscheinlich kaum oder gar nicht bessern. Zur Vorbeugung bei Säuglingen ist die Lage etwas günstiger, aber unsicher (siehe Allergien und Darm).

Wo die Grenzen verschwimmen, beginnt der Hype. Für „Haut-Detox“, Darmreinigungen gegen Pickel oder Stuhltests, die eine Hautkrankheit erklären sollen, gibt es keine Studien. Auch dass ein „undichter Darm“ die gemeinsame Ursache aller Hautprobleme sei, ist beim Menschen nicht belegt.

ZöliakieDuhring-KrankheitDarmentzündungSchuppenflechteFehlbesiedlungRosazea?gut belegtwenige Studien
Drei Verbindungen, unterschiedlich gut belegt: Zöliakie löst die Duhring-Krankheit aus, Darmentzündung und Schuppenflechte treten oft gemeinsam auf, und Fehlbesiedlung hängt vielleicht mit Rosazea zusammen.

Woher es kommt und wohin es führt

Dieselben Beschwerden können verschiedene Wurzeln haben. Diese Karte zeigt, was an diesem Problem beteiligt sein kann und was daraus folgen kann.

Mögliche Ursachen. Undichte Barriere, Allergien, Crohn & Colitis, SIBO, Wenig Butyrat, Stress & Schlaf, Schimmel, Dünne Schleimschicht, Mastzellen, Medikamente, Säureblocker (PPI), Wenig IgA, Erstes Mikrobiom, Darmimmunsystem, Antibiotika, Vagusnerv, Gallensäuren, Gastroparese, Ileozäkalklappe, Schwache Reinigungswelle, Wenig Vielfalt, Wenig Anaerobier, Sodbrennen. Mögliche Folgen.

Der Vagusnerv: die Datenleitung zwischen Bauch und KopfVagusnervGallensäuren: wenn Galle Durchfall machtGallensäurenGastroparese: wenn der Magen sich zu langsam leertGastropareseDer Übergang vom Dünn- in den Dickdarm: Ileum, Klappe und BlinddarmIleozäkalklappeWarum SIBO wiederkommt: Reinigungswelle, Ursachen und ProkinetikaSchwacheReinigungswelleMikrobielle Vielfalt aufbauenWenig VielfaltAnaerobe Darmbakterien: warum die Guten nicht in die Kapsel passenWenig AnaerobierSodbrennen und RefluxSodbrennenWenn der Dünndarm zu dicht besiedelt istSIBOButyrat und andere kurzkettige FettsäurenWenig ButyratStress, Schlaf und DarmStress & SchlafSchimmel: Mykotoxine im Essen und Feuchtigkeit in der WohnungSchimmelDie Schleimschicht und ZusatzstoffeDünneSchleimschichtMastzellen: Alarmzellen im Darm, Histamin und das umstrittene MCASMastzellenMedikamente, die den Darm verändernMedikamenteSäureblocker (PPI): was sie im Darm verändern und wie man sie richtig absetztSäureblocker(PPI)IgA: der Antikörper, der den Darm sauber hält, und was Vitamin A, D und Omega-3 damit zu tun habenWenig IgADas erste Mikrobiom: Geburt, Stillen, Antibiotika und was davon bleibtErstes MikrobiomImmunsystem und EntzündungDarmimmunsystemNach Antibiotika: C. difficile und die StuhltransplantationAntibiotikaDie DarmbarriereUndichte BarriereAllergien und Unverträglichkeiten: wie der Darm lernt, Essen zu duldenAllergienMorbus Crohn und Colitis ulcerosa: chronisch-entzündliche Darmerkrankungen verstehenCrohn & ColitisHaut und Darm: was an der Darm-Haut-Achse dran istHaut & Darm
  • Mögliche Ursachen
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Zusammenhänge, keine Gewissheit: Eine Verbindung heißt „kann“, nicht „muss“. Was auf dich zutrifft, klärt das Gespräch mit Ärztin oder Arzt.

Was oft hilft

Lebensstil

Ernährung, Bewegung, Schlaf, Kontakte und Stressumgang.

  • Weniger schnelle Kohlenhydrate bei Akne Weniger Weißbrot, Süßes und Süßgetränke, mehr Vollkorn, Hülsenfrüchte und Gemüse. Das tut auch dem Darm gut. Eine kleine randomisierte Studie zeigte weniger Akne-Herde; der Effekt lässt sich nicht sicher vom gleichzeitigen Gewichtsverlust trennen. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1]
  • Milch testen, nicht pauschal streichen Wer viel Milch trinkt und Akne hat, kann eine Testphase mit weniger Milch machen und die Haut beobachten. Joghurt und Käse waren in Studien unauffällig. Wer Milchprodukte stark reduziert, achtet auf Kalzium aus anderen Quellen. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]
  • Glutenfrei erst nach der Diagnose Bei juckenden Bläschen an Ellbogen, Knien oder Gesäß zuerst untersuchen lassen, dann glutenfrei. Wer vorher Gluten weglässt, verfälscht die Tests. Bei bestätigter Duhring-Krankheit ist die lebenslang glutenfreie Ernährung die wichtigste Behandlung. Gesichert So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [3][4]

Natürliche Supplemente

Nahrungsergänzung ersetzt keine Abklärung. Dosierung und Wechselwirkungen besprich mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.

  • Probiotika bei Neurodermitis: kaum Nutzen Laut Cochrane-Übersicht machen die bisher getesteten Probiotika bei bestehender Neurodermitis wahrscheinlich kaum einen Unterschied. Geld und Hoffnung sind bei einer guten Hautpflege und Behandlung besser aufgehoben. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5]
  • Probiotika bei Akne: kleine Studien Drei doppelblinde Studien mit zusammen 231 Personen deuten auf etwas weniger entzündete Pickel hin, die Unsicherheit ist groß. Als Ergänzung meist gut verträglich, kein Ersatz für eine hautärztliche Behandlung. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [6]

Medizinische Eingriffe

Information, keine Behandlungsempfehlung. Entscheide gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt. Zulassung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Land.

  • Zöliakie abklären bei passendem Ausschlag Die Duhring-Krankheit wird mit einer Gewebeprobe der Haut gesichert, in der sich typische IgA-Ablagerungen zeigen, dazu kommen die Zöliakie-Antikörper im Blut. Bei Bestätigung gehört auch der Darm in ärztliche Begleitung. Gesichert So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [3][4]
  • Rosazea mit Darmbeschwerden: Atemtest ansprechen Wer Rosazea und zugleich Blähbauch, Durchfall oder Bauchschmerzen hat, kann ärztlich über einen Atemtest auf Fehlbesiedlung und eine mögliche Rifaximin-Behandlung sprechen. Die Belege beruhen auf kleinen Studien; ohne Darmbeschwerden ist das keine Rosazea-Therapie. Ob Rifaximin dafür zugelassen ist, unterscheidet sich von Land zu Land. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [7][8]
  • Bei Schuppenflechte den Darm mitdenken Bei Schuppenflechte und anhaltendem Durchfall, Blut im Stuhl oder nächtlichen Bauchschmerzen an eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung denken; Calprotectin im Stuhl ist ein erster Test. Vor Beginn mancher Biologika, etwa IL-17-Hemmer, Darmbeschwerden ansprechen: Neue Darmentzündungen sind darunter selten, aber beschrieben. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [9][10]

Aus der Community: Was Betroffene berichten

Erfahrungen und Tipps von Betroffenen, die immer wieder auftauchen, für die es aber noch keine aussagekräftigen Studien gibt. Sie sind ausdrücklich kein Beleg.

  • Die Haut als Spiegel des Darms

    In Hautforen kehrt die Überzeugung wieder, das Ekzem sei nicht das eigentliche Problem, sondern ein nach außen sichtbares Zeichen eines inneren. Viele berichten, ihre Haut habe sich erst gebessert, als sie Verdauung, Ernährung und Stress in den Blick nahmen statt nur die Salben. Einige erzählen von rascher Besserung, andere von jahrelangem Ausprobieren ohne klaren Erfolg.

    Beleglage: widersprüchlich Wo berichtet wird: r/eczema (Reddit-Community),My Healthy Haven (Forum)

  • Auslöser weglassen: Milch, Gluten, Zucker

    Sehr verbreitet ist der Bericht, dass bestimmte Lebensmittel Schübe auslösen – am häufigsten genannt werden Milchprodukte, Gluten und Zucker, außerdem stark verarbeitete Öle. Viele erzählen, sie hätten über Wochen etwas weggelassen und danach Besserung gesehen, andere, es habe sich nichts verändert. In den Foren wird teils selbst gewarnt, dass breite Einschränkungen ohne vorherige Abklärung die Lage verschlechtern können.

    Beleglage: widersprüchlich Wo berichtet wird: r/eczema (Reddit-Community)

  • Probiotika und Mikrobiomtests

    Viele berichten, sie hätten Probiotika genommen oder Stuhl- und Mikrobiomtests machen lassen, um „die richtigen“ Bakterien zu finden. Einige sagen, ein bestimmter Stamm habe geholfen, viele andere, es habe sich nichts getan. Die kommerziellen Tests, die dabei oft genannt werden, sind in den Foren selbst umstritten.

    Beleglage: erste Hinweise Wo berichtet wird: r/eczema (Reddit-Community)

  • Misstrauen gegen Kortison

    Auffällig oft wird berichtet, Ärztinnen und Ärzte hätten nur Kortison oder Biologika verordnet, ohne nach Ursachen zu suchen; manche beschreiben das als reine Symptombehandlung. Wiederkehrend sind Schilderungen schwieriger Phasen nach dem Absetzen von Kortison. Kortison gehört bei Ekzem zu den wirksamen Standardmitteln; absetzen sollte man es begleitet, nicht nebenbei.

    Beleglage: keine Studien Wo berichtet wird: r/eczema (Reddit-Community)

Erfahrungsberichte können täuschen: Was vielen hilft, kann Placebo sein, und was einem hilft, kann anderen schaden. Nimm sie als Anregung für Fragen an Ärztin, Arzt oder Apotheke – nicht als Anleitung.

Lust auf etwas ganz anderes? Noch eins, zufällig

So bewerten wir die Studienlage
Vertrauens-Score 5 von 5:Gesichert
Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen.
Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt
Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis.
Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend
Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien.
Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft.
Vertrauens-Score 1 von 5:Experimentell
Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Quellen

  1. Smith et al. 2007: Kost mit niedriger glykämischer Last bei Akne, randomisiert (American Journal of Clinical Nutrition)
  2. Aghasi et al. 2019: Milchprodukte und Akne, Meta-Analyse von Beobachtungsstudien (Clinical Nutrition)
  3. Reunala et al. 2021: Dermatitis herpetiformis, Diagnose und Behandlung, Übersicht (American Journal of Clinical Dermatology)
  4. Rubio-Tapia et al. 2023: ACG-Leitlinie Zöliakie (American Journal of Gastroenterology)
  5. Makrgeorgou et al. 2018: Probiotika zur Behandlung von Ekzemen, Cochrane-Übersicht mit 39 Studien
  6. Tjiu und Lu 2025: Probiotika zum Einnehmen bei Akne, Meta-Analyse doppelblinder Studien (Medicina)
  7. Parodi et al. 2008: Dünndarmfehlbesiedlung bei Rosazea und Wirkung ihrer Behandlung (Clinical Gastroenterology and Hepatology)
  8. Egeberg et al. 2017: Rosazea und Magen-Darm-Erkrankungen, dänische Registerstudie (British Journal of Dermatology)
  9. Fu et al. 2018: Schuppenflechte und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Meta-Analyse (JAMA Dermatology)
  10. Zhang et al. 2025: Neue Darmentzündungen unter Interleukin-Hemmern bei Schuppenflechte, Meta-Analyse (Frontiers in Immunology)
  11. O'Neill et al. 2016: Die Darm-Haut-Achse in Gesundheit und Krankheit, Übersicht (BioEssays)
  12. Harbord et al. 2016: Europäischer Konsens zu Begleiterkrankungen außerhalb des Darms bei CED, ECCO (Journal of Crohn's and Colitis)
  13. Wan und Yang 2025: Neurodermitis und Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Meta-Analyse (International Archives of Allergy and Immunology)
  14. Ocagli et al. 2026: Dermatitis herpetiformis bei Zöliakie, Meta-Analyse (United European Gastroenterology Journal)
  15. Jørgensen et al. 2017: Rosazea und Helicobacter pylori, Meta-Analyse (Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology)

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