Immunsystem und Entzündung

Low-Dose Naltrexon (LDN): Hoffnung, Studien und Grenzen

Ein Suchtmedikament in sehr niedriger Dosis wird bei Morbus Crohn, Reizdarm, Fibromyalgie und Long Covid ausprobiert. Was dahintersteckt, was Studien zeigen und warum es in ärztliche Hände gehört.

Wie sicher ist die Forschung? Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel

Die Mechanismen sind plausibel, aber vor allem im Labor gezeigt. Offene Studien ohne Vergleichsgruppe waren oft positiv. In den größeren placebokontrollierten Studien der letzten Jahre, bei Fibromyalgie und Morbus Crohn, war LDN nicht besser als Placebo. Für Reizdarm gibt es nur eine kleine offene Studie.

Gesunder Zustand

Naltrexon blockiert die Andockstellen für Opioide, also für Schmerzmittel wie Morphin und für die körpereigenen Endorphine. In üblicher Dosis wird es gegen Alkohol- und Opioidabhängigkeit eingesetzt. „Low-Dose“ meint etwa ein Zehntel davon.

Die Idee hinter der niedrigen Dosis: Naltrexon blockiert die Rezeptoren nur für einige Stunden. Danach, so die Vermutung, reagiert der Körper mit mehr eigenen Endorphinen, ein „Rückpralleffekt“. Zusätzlich hemmt Naltrexon einen Rezeptor (Toll-like-Rezeptor 4) auf den Mikroglia, den Immunzellen des Gehirns. Sind diese überaktiv, können sie Schmerzempfindlichkeit, Erschöpfung, Schlafprobleme und Konzentrationsstörungen fördern. Beides sind Hypothesen aus Labor- und Tierarbeiten, am Menschen ist die Wirkungskette nicht bewiesen.

Auch im Darm gibt es Opioid-Rezeptoren, und zwar in der Muskulatur, in den Nervengeflechten der Darmwand und auf Immunzellen. Körpereigene Endorphine und Opioid-Medikamente bremsen darüber die Darmbewegung, regulieren die Flüssigkeitsabgabe der Schleimhaut und beeinflussen Entzündung. Das ist der Grund, warum Opioid-Schmerzmittel verstopfen und warum die Rezeptoren überhaupt als Ansatzpunkt für Darmerkrankungen interessant sind. In Zellversuchen und an Darm-Organoiden, also im Labor gezüchteten Mini-Darmstücken, förderte Naltrexon die Wundheilung der Schleimhaut und senkte Zellstress.

Der Körper hat außerdem ein eigenes Schmerzdämpfungssystem, in dem Endorphine eine Rolle spielen. Bewegung, Schlaf und Entspannung steigern diese körpereigenen Signale ebenfalls, und Stress dämpft sie. Das erklärt, warum die Grenzen zwischen Medikamentenwirkung, Erwartung und Lebensstil bei Schmerz und Erschöpfung so unscharf sind.

Beim Abbau spielt die Leber die Hauptrolle. Naltrexon wird dort umgebaut und über die Niere ausgeschieden, deshalb sind Leber- und Nierenwerte Teil der ärztlichen Abklärung.

HypotheseLDNRezeptor kurz blockierteinige Stundenmehr Endorphine?Mikroglia ruhiger?
Die Idee: LDN blockiert die Opioid-Rezeptoren nur kurz. Danach soll der Körper mehr eigene Endorphine bilden, und die Immunzellen im Gehirn sollen ruhiger werden.

Gestörter Zustand: Ursachen und Folgen

Was Anwenderinnen und Anwender berichten, klingt oft sehr positiv: weniger Schmerzen, mehr Energie, besserer Schlaf. In vier kleinen Vorher-nachher-Studien zu Long Covid mit zusammen 155 Personen nahmen Erschöpfung, Schmerzen und Konzentrationsprobleme deutlich ab. Eine Studie mit Placebogruppe lag 2026 noch nicht vor, und ohne sie lässt sich eine echte Wirkung nicht von Erwartung und natürlichem Verlauf trennen. Gerade bei Long Covid bessern sich viele Beschwerden mit der Zeit von selbst.

Warum Vergleichsgruppen so wichtig sind: Bei Beschwerden wie Schmerz, Müdigkeit und Reizdarmsyndrom Wiederkehrende Bauchschmerzen, die mit dem Stuhlgang zusammenhängen, ohne dass Untersuchungen eine andere Ursache finden. Heute als Störung der Darm-Hirn-Verbindung verstanden. Mehr im Kapitel „Die Darm-Hirn-Achse“ bessert sich auch mit einer wirkstofffreien Tablette oft ein großer Teil der Betroffenen, bei Reizdarm in Studien häufig deutlich mehr als jeder Fünfte bis jeder Dritte. Beschwerden schwanken außerdem, und Menschen beginnen eine neue Behandlung oft gerade in einer schlechten Phase; danach geht es schon aus statistischen Gründen wieder aufwärts. Das macht Erfahrungsberichte nicht wertlos, aber sie beweisen keine Wirkung.

Bei Morbus Crohn wiederholt sich dieses Muster. In einer offenen Beobachtung von 47 Menschen mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung besserten sich 74,5 Prozent, und eine kleine placebokontrollierte Studie mit 34 Erwachsenen sah ebenfalls Vorteile. Die Cochrane-Übersicht von 2018 hielt die Beweislage trotzdem für zu dünn. Eine größere niederländische Studie wurde 2026 vorzeitig abgebrochen, weil kein Nutzen erkennbar war: Die Schleimhaut heilte bei 1 von 18 Menschen mit LDN und bei 3 von 16 mit Placebo Ein Scheinmittel ohne Wirkstoff. Der Vergleich damit zeigt, wie viel ein Mittel über Erwartung und Zufall hinaus bewirkt. , eine klinische Remission war unter Placebo sogar häufiger. Nur die Erschöpfung war mit LDN etwas geringer.

Bei Fibromyalgie hatten frühe kleine Studien Hoffnung gemacht. Zwei größere, sorgfältige Studien mit je rund 100 Frauen fanden 2024 und 2026 keinen bedeutsamen Unterschied zu Placebo bei den Schmerzen, auch nicht nach 12 Monaten.

Zu Reizdarm gibt es nur eine offene Pilotstudie von 2006 mit 42 Menschen und einer noch niedrigeren Dosis: 76 Prozent berichteten eine Besserung, die schmerzfreien Tage stiegen von 0,5 auf 1,25 pro Woche. Ohne Placebogruppe lässt sich das nicht vom Placeboeffekt trennen, der bei Reizdarm groß ist. Zu Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) Zu viele Bakterien im Dünndarm, wo normalerweise wenige leben. Typisch sind Blähbauch und Durchfall, nachgewiesen wird sie meist mit einem Atemtest. Mehr im Kapitel „Wenn der Dünndarm zu dicht besiedelt ist“ oder zur Wandernder motorischer Komplex Eine Welle aus Muskelbewegungen, die im nüchternen Zustand etwa alle eineinhalb bis zwei Stunden Magen und Dünndarm leer schiebt. Essen unterbricht sie. Mehr im Kapitel „Intervallfasten und Essenszeiten: 16:8, 5:2 und Ramadan“ des Dünndarms haben wir keine Studie gefunden.

Eine Übersicht über 105 Studien kam 2026 zum Schluss, dass sich positive Ergebnisse aus unkontrollierten Studien in Placebo-Studien selten bestätigten. LDN ist meist gut verträglich. Häufig sind lebhafte Träume und Schlafstörungen, seltener Kopfschmerzen oder Übelkeit. Wichtig: Naltrexon kann die Wirkung von Opioid-Schmerzmitteln aufheben und bei regelmäßiger Opioid-Einnahme Entzugserscheinungen auslösen. In der üblichen, hohen Dosis sind Leberwerterhöhungen beschrieben; bei Leber- oder Nierenschäden und in Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht nötig, dazu gibt es für die niedrige Dosis kaum Daten.

LDN ist verschreibungspflichtig und für diese Anwendungen in der Regel nicht zugelassen. Es wird Off-Label Ein zugelassenes Medikament wird für eine Krankheit oder in einer Dosis verschrieben, für die es nicht zugelassen ist. Das ist in vielen Ländern erlaubt, aber die Verantwortung liegt stärker bei Ärztin oder Arzt. verschrieben und in manchen Ländern in Apotheken in der niedrigen Dosis hergestellt. Angebote aus dem Internet ohne Rezept sind in Inhalt und Dosis nicht kontrolliert.

gebessertLDNoffene StudienLDNPlacebomit Placebo
Offene Studien zeigen viel Besserung. Mit einer Placebogruppe schrumpft der Unterschied bei Fibromyalgie und Morbus Crohn auf fast nichts.

Was oft hilft

Lebensstil

Ernährung, Bewegung, Schlaf, Kontakte und Stressumgang.

  • Das gut Belegte nicht überspringen Bei Reizdarm helfen darmgerichtete Psychotherapie, Bewegung und eine angepasste Ernährung nachweislich. LDN ist, wenn überhaupt, eine Ergänzung, kein Ersatz. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1]
  • Ein Versuch mit Plan und Tagebuch Wenn du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt einen Versuch vereinbarst: vorher eine Beschwerde festlegen, die sich bessern soll, ein Tagebuch führen und einen Termin zur Bewertung ausmachen. Fachleute schlagen genau solche Einzelversuche vor, um herauszufinden, wer anspricht. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]
  • Schlaf, Bewegung und Stress zuerst ordnen Die körpereigene Schmerzdämpfung hängt von Schlaf, dosierter Bewegung und Erholung ab. Wer diese Grundlagen verbessert und danach noch einen Versuch machen möchte, kann Wirkung und Erwartung besser auseinanderhalten. Bei Long Covid und Erschöpfung gilt: Belastung nur so weit steigern, dass es am Folgetag nicht schlechter geht. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Natürliche Supplemente

Nahrungsergänzung ersetzt keine Abklärung. Dosierung und Wechselwirkungen besprich mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.

  • Kein Ersatz aus dem Supplementregal Es gibt kein freiverkäufliches Mittel, das wie LDN wirkt. Angebote „ohne Rezept“ aus dem Internet sind riskant, weil Inhalt und Dosis nicht kontrolliert sind. Experimentell So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Medizinische Eingriffe

Information, keine Behandlungsempfehlung. Entscheide gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt. Zulassung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Land.

  • Mit Ärztin oder Arzt über LDN sprechen Am ehesten sinnvoll, wenn gut belegte Behandlungen ausgeschöpft sind. Klärt gemeinsam: Off-Label-Gebrauch und Kosten, Nebenwirkungen wie lebhafte Träume und Schlafprobleme, und woran ihr nach einigen Wochen den Erfolg messt. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2][3]
  • Bei Morbus Crohn: nicht statt der Standardtherapie Die bisher größte placebokontrollierte Studie zeigte keine Heilung der Schleimhaut. Eine wirksame Therapie zugunsten von LDN abzusetzen, kann Entzündung und Komplikationen fördern. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [4][5][6]
  • Nie zusammen mit Opioiden Naltrexon kann Opioid-Schmerzmittel unwirksam machen und Entzug auslösen. Vor Operationen oder bei einer Schmerzbehandlung dem Behandlungsteam sagen, dass du LDN nimmst. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [3]
  • Bei Fibromyalgie: Erwartungen realistisch halten Die beiden größten Studien fanden bei Schmerzen keinen bedeutsamen Unterschied zu Placebo. Bewegung und andere belegte Behandlungen bleiben die Grundlage. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [7][8]
  • Leber, Niere und andere Medikamente prüfen lassen Vor dem Start sollten Leber- und Nierenwerte bekannt sein, und die Ärztin oder der Arzt sollte alle anderen Medikamente kennen, besonders Schmerz-, Husten- und Durchfallmittel, die Opioide enthalten können. Schwangerschaft, Stillzeit und Lebererkrankungen sind Gründe für besondere Vorsicht. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
  • Nach einigen Wochen ehrlich Bilanz ziehen Vorher festlegen, was „besser“ heißt, etwa ein Tagebuchwert oder eine Zahl schmerzfreier Tage. Hat sich nach der vereinbarten Zeit nichts Messbares geändert, ist Absetzen eine vernünftige Entscheidung, kein Scheitern. Besser wird es auch durch ein Weitermachen aus Hoffnung nicht. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]

Aus der Community: Was Betroffene berichten

Erfahrungen und Tipps von Betroffenen, die immer wieder auftauchen, für die es aber noch keine aussagekräftigen Studien gibt. Sie sind ausdrücklich kein Beleg.

  • Für manche ein Durchbruch, für andere ohne Wirkung

    Zahlreiche Betroffene berichten, niedrig dosiertes Naltrexon (LDN) sei für sie der entscheidende Durchbruch gegen Erschöpfung, Denknebel und Schmerz gewesen, teils innerhalb weniger Tage. Andere berichten das genaue Gegenteil: keine Wirkung auf Erschöpfung, Belastungsintoleranz oder Kreislauf, in Einzelfällen sogar schlechteres Befinden. Die Berichte stimmen darin überein, dass die Wirkung sehr individuell ist.

    Beleglage: widersprüchlich Wo berichtet wird: r/covidlonghaulers (Reddit-Community),Help for Long Covid (Erfahrungsberichte)

  • Lebhafte Träume und Schlaflosigkeit

    Als häufigste Nebenwirkung berichten Betroffene lebhafte, unruhige Träume und gestörten Schlaf, wenn sie das Mittel abends nehmen. Viele berichten, eine Verlegung auf den Morgen habe die Träume deutlich abgemildert. Genannt werden außerdem anfängliche Müdigkeit, Reizbarkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen und Appetitverlust.

    Beleglage: erste Hinweise Wo berichtet wird: r/covidlonghaulers (Reddit-Community),Help for Long Covid (Erfahrungsberichte),Phoenix Rising (Forum für ME/CFS)

  • Enges Dosisfenster, langsames Einschleichen

    Viele berichten, die Wirkung hänge stark von der Dosis ab und sie hätten sehr langsam und in kleinen Schritten steigern müssen; ein zu schneller Anstieg wird wiederkehrend mit Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Einige beschreiben, eine niedrige Dosis habe besser gewirkt als eine höhere. Wichtig: LDN ist verschreibungspflichtig, muss teils in der Apotheke angefertigt werden und wird selten von der Kasse übernommen; wer Opioide nimmt, darf es nicht nehmen. Selbstbeschaffung ist gefährlich.

    Beleglage: erste Hinweise Wo berichtet wird: r/covidlonghaulers (Reddit-Community),Help for Long Covid (Erfahrungsberichte)

Erfahrungsberichte können täuschen: Was vielen hilft, kann Placebo sein, und was einem hilft, kann anderen schaden. Nimm sie als Anregung für Fragen an Ärztin, Arzt oder Apotheke – nicht als Anleitung.

Lust auf etwas ganz anderes? Noch eins, zufällig

So bewerten wir die Studienlage
Vertrauens-Score 5 von 5:Gesichert
Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen.
Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt
Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis.
Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend
Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien.
Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft.
Vertrauens-Score 1 von 5:Experimentell
Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Quellen

  1. Lacy et al. 2021: ACG-Leitlinie Reizdarmsyndrom (American Journal of Gastroenterology)
  2. Gouda et al. 2026: Low-Dose Naltrexon, was ist belegt? Übersicht über 105 Studien (Advances in Therapy)
  3. Younger et al. 2014: Low-Dose Naltrexon als entzündungshemmende Behandlung chronischer Schmerzen, Übersicht (Clinical Rheumatology)
  4. Parker et al. 2018: Low-Dose Naltrexon bei Morbus Crohn, Cochrane-Übersicht
  5. van de Pol et al. 2026: Low-Dose Naltrexon bei Morbus Crohn, randomisiert, vorzeitig abgebrochen (Digestive Diseases and Sciences)
  6. Lie et al. 2018: Low-Dose Naltrexon bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, offene Beobachtung und Laborversuche (Journal of Translational Medicine)
  7. Due Bruun et al. 2024: Low-Dose Naltrexon bei Fibromyalgie, randomisiert, 99 Frauen (Lancet Rheumatology)
  8. Rodríguez-Freire et al. 2026: Low-Dose Naltrexon bei Fibromyalgie über 12 Monate, randomisiert (European Journal of Pain)
  9. Byambasuren et al. 2026: Low-Dose Naltrexon bei Long Covid, Meta-Analyse von Vorher-nachher-Studien (BMJ Open)
  10. Kariv et al. 2006: Low-Dose Naltrexon bei Reizdarm, offene Pilotstudie mit 42 Personen (Digestive Diseases and Sciences)

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