Opportunistische Pathogene

Wenn der Darm nach einer Infektion nicht zur Ruhe kommt

Magen-Darm-Infekt, Lebensmittelvergiftung, Reisedurchfall: warum Beschwerden manchmal bleiben.

Wie sicher ist die Forschung? Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt

Dass ein Reizdarm nach einer Darminfektion deutlich häufiger auftritt, ist durch mehrere Meta-Analysen gut belegt. Warum er entsteht und wie man ihn gezielt behandelt, ist weniger klar.

Ursache oder Folge? Grundursache 2 von 5:Eher Folge

Reizdarm nach Infektion folgt der Infektion – ist aber selbst ein Knoten, aus dem viele Beschwerden kommen.

Gesunder Zustand

Eine Darminfektion ist für den Darm Schwerstarbeit. Erreger oder ihre Giftstoffe reizen die Schleimhaut. Die Zellen der Schleimhaut geben Wasser und Salz in den Darm ab, die Muskulatur arbeitet schneller, und der Durchfall spült einen Teil der Erreger hinaus. Gleichzeitig laufen Abwehrzellen heiß: T-Zellen, Mastzellen Immunzellen unter Haut und Schleimhäuten, gefüllt mit Histamin und anderen Botenstoffen. Sie schlagen bei Allergien, Infektionen und Stress Alarm. Mehr im Kapitel „Mastzellen: Alarmzellen im Darm, Histamin und das umstrittene MCAS“ (Immunzellen, die Botenstoffe wie Histamin Ein Botenstoff des Körpers, der auch in gereiften und vergorenen Lebensmitteln steckt. Zu viel davon kann Kopfschmerz, Hautrötung oder Durchfall auslösen. Mehr im Kapitel „Histaminintoleranz: viel gesucht, wenig gesichert“ speichern) und enteroendokrine Zellen (Hormonzellen der Schleimhaut), die unter anderem Serotonin ausschütten. Serotonin ist im Darm kein Stimmungsstoff, sondern ein Taktgeber: Es löst Bewegungswellen aus und meldet Reize an die Nerven.

Nach dem Infekt fährt das System normalerweise wieder herunter. Die Schleimhaut erneuert sich in wenigen Tagen komplett, weil ihre oberste Zellschicht ständig ersetzt wird. Die Verbindungen zwischen den Zellen ( Tight Junctions Eiweiß-Verbindungen, die die Zellen der Darmwand dicht aneinanderhalten. Sie bestimmen, was zwischen den Zellen hindurchkommt. Mehr im Kapitel „Die Darmbarriere“) dichten wieder ab, die Entzündungszellen ziehen sich zurück, und die Mikrobiom, Darmflora Die Gemeinschaft aller Mikroben im Darm, vor allem Bakterien, dazu Viren, Pilze und Archaeen. Die meisten leben im Dickdarm. Mehr im Kapitel „Mikrobielle Vielfalt aufbauen“, die durch den Durchfall und eventuell durch Antibiotika durcheinandergeraten ist, baut sich über Wochen wieder auf.

Ein paar Wochen Nachbeben sind deshalb normal: weicher Stuhl, mehr Blähungen, ein empfindlicherer Bauch, manchmal eine vorübergehende Unverträglichkeit von Milchzucker, weil die Verdauungsenzyme am Zellrand der geschädigten Schleimhaut zunächst fehlen. Wichtig ist die Richtung: Es sollte von Woche zu Woche besser werden.

Wie lange und wie stark ein Infekt nachwirkt, hängt vom Erreger ab. Viren wie Noro- oder Rotaviren hinterlassen meist nur kurze Spuren. Bakterien wie Campylobacter, Salmonellen oder Shigellen, Giftstoffe bildende Kolibakterien und Einzeller wie Giardia dringen tiefer ein oder halten länger an und lassen häufiger etwas zurück. Von einem Reizdarmsyndrom Wiederkehrende Bauchschmerzen, die mit dem Stuhlgang zusammenhängen, ohne dass Untersuchungen eine andere Ursache finden. Heute als Störung der Darm-Hirn-Verbindung verstanden. Mehr im Kapitel „Die Darm-Hirn-Achse“ spricht man nach den üblichen Kriterien erst, wenn die Beschwerden mindestens drei Monate bestehen.

ZeitBeschwerdenInfektionErholung
Nach einer Magen-Darm-Infektion klingen die Beschwerden bei den meisten innerhalb von Wochen ab.

Gestörter Zustand: Ursachen und Folgen

Je nach Erreger entwickelt ein Teil der Betroffenen dauerhaft neue Beschwerden: Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen. Die Spanne in Studien reicht von rund 3 bis 36 Prozent, nach Campylobacter-Infektionen sind es bis zu etwa einem Viertel. Insgesamt liegt das Risiko im ersten Jahr nach einer Darminfektion etwa beim Vierfachen, danach noch beim gut Doppelten. Viren wirken meist nur kurz nach, Bakterien und Einzeller (Protozoen) länger. Fachleute nennen das postinfektiösen Reizdarm.

Ob jemand einen postinfektiösen Reizdarm bekommt, ist kein Zufall. Am stärksten erhöhen eine lange und schwere Ersterkrankung, ein giftstoffbildender Erreger, Fieber und Blut im Stuhl das Risiko. Dazu kommen ein Alter unter 60 Jahren, in mehreren Studien weibliches Geschlecht, Rauchen sowie Angst, depressive Verstimmung oder ausgeprägte Körperwahrnehmung schon vor der Infektion. Es ist also ein Zusammenspiel aus Erreger und Person, kein Zeichen von Schwäche und keine Einbildung.

Was im Darm hängen bleibt, ist teilweise messbar. Nach Campylobacter-Infektionen fanden Forschende in der Enddarmschleimhaut noch Monate später mehr serotoninbildende Zellen und mehr T-Zellen, dazu eine erhöhte Durchlässigkeit. Mehr Serotonin heißt schnellere Bewegung und stärkere Schmerzmeldung, also Durchfall und Krämpfe. Mastzellen sitzen oft direkt neben Nervenenden und können sie sensibilisieren, sodass normale Dehnung als Schmerz ankommt (viszerale Überempfindlichkeit). Das erklärt, warum der Darm „zu laut“ meldet, obwohl er unter dem Mikroskop kaum noch entzündet aussieht.

Dazu kommen weitere Mitspieler, die je nach Person unterschiedlich stark ins Gewicht fallen. Gallensäuren Von der Leber gebildete Stoffe, die Fett verdaulich machen. Etwa 95 Prozent werden im letzten Dünndarmabschnitt zurückgeholt, Darmbakterien wandeln den Rest um. Mehr im Kapitel „Gallensäuren: wenn Galle Durchfall macht“: Ein Teil der Betroffenen mit Durchfall hat im Stuhl mehr primäre und weniger umgewandelte Gallensäuren; zu viele davon im Dickdarm wirken wie ein Abführmittel. Darmflora: Durchfall und Antibiotika verändern sie, und sie braucht manchmal länger zur Erholung. Nach einer Giardia-Infektion zeigte eine Kohorte noch sechs Jahre später mehr Reizdarm und Erschöpfung. Auch nach Covid-19 tritt ein Reizdarm häufiger auf, was dafür spricht, dass nicht nur Bakterien, sondern Infektionen allgemein den Darm umstellen können.

Wann sollte man genauer hinsehen? Hinter „Reizdarm nach Infekt“ können sich andere behandelbare Dinge verbergen: ein Erreger, der geblieben ist (Giardia, selten Clostridioides difficile Ein Bakterium, das sich nach Antibiotika ausbreiten kann und mit seinen Giften schweren Durchfall auslöst. Mehr im Kapitel „Nach Antibiotika: C. difficile und die Stuhltransplantation“), Gallensäureverlust, mikroskopische Kolitis, eine ausgelöste Zöliakie Eine Autoimmunerkrankung, bei der Gluten die Dünndarmschleimhaut schädigt. Sie wird mit einem Bluttest und meist einer Gewebeprobe festgestellt, solange man noch Gluten isst. Mehr im Kapitel „Laktose, Fruktose, Gluten: Unverträglichkeiten richtig einordnen“ oder ein erster Schub einer Chronisch-entzündliche Darmerkrankung Sammelbegriff für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: dauerhafte, in Schüben verlaufende Entzündungen des Darms, die ärztlich behandelt werden müssen. Mehr im Kapitel „Immunsystem und Entzündung“. Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, nächtlicher Durchfall, Fieber oder Beschwerden, die nach den ersten Wochen nicht besser, sondern schlechter werden, gehören ärztlich abgeklärt. Die gute Nachricht bleibt: Bei vielen klingen die Beschwerden über Monate bis wenige Jahre ab, auch ohne dass man genau weiß, was geholfen hat.

ZeitBeschwerdenInfektionBeschwerden bleiben
Bei manchen bleiben die Beschwerden über Monate: Reizdarm nach Infektion.

Woher es kommt und wohin es führt

Dieselben Beschwerden können verschiedene Wurzeln haben. Diese Karte zeigt, was an diesem Problem beteiligt sein kann und was daraus folgen kann.

Mögliche Ursachen. Parasiten, Antibiotika, Long Covid. Mögliche Folgen. Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen, Essensangst, Nährstoffmangel, Brain Fog & Erschöpfung

  • Mögliche Ursachen
  • Dieses Problem
  • Mögliche Folgen

Die Vorschau passt sich der Bildschirmbreite an. In der großen Karte siehst du alles auf einmal.

Fahre mit der Maus über einen Kasten: Seine Verbindungen werden hervorgehoben, alles andere tritt zurück.

Tippe einen Kasten an: Seine Verbindungen werden hervorgehoben. Ein zweiter Tipp öffnet das Kapitel.

Zusammenhänge, keine Gewissheit: Eine Verbindung heißt „kann“, nicht „muss“. Was auf dich zutrifft, klärt das Gespräch mit Ärztin oder Arzt.

Was oft hilft

Lebensstil

Ernährung, Bewegung, Schlaf, Kontakte und Stressumgang.

  • Vorbeugen auf Reisen Jede vermiedene Darminfektion senkt das Risiko. Auf Reisen nur gekochte, geschälte oder durchgegarte Lebensmittel essen und nur abgefülltes Wasser trinken. Händewaschen vor dem Essen und nach der Toilette gehört ebenso dazu. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1]
  • Low-FODMAP auf Zeit Lindert bei Reizdarm Blähungen und Durchfall. Die Leitlinie empfiehlt einen begrenzten Versuch mit anschließender Wiedereinführung, damit die Ernährung nicht dauerhaft eng bleibt. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]
  • Beschwerden ordnen Ein Tagebuch über einige Wochen zeigt, ob es besser wird, was Schübe auslöst und ob der Durchfall nachts oder nur tagsüber auftritt. Das hilft dir und der Ärztin oder dem Arzt mehr als jede Erinnerung. Ein nächtlicher Durchfall gilt als Warnzeichen und ist kein typischer Reizdarm. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
  • Schlaf und Stress ernst nehmen Der Darm reagiert über Nerven und Botenstoffe auf Schlafmangel und Anspannung, und das gilt nach einer Infektion besonders. Feste Schlafzeiten, regelmäßige Bewegung und Entspannung sind keine Ablenkung, sondern greifen an demselben Regelkreis an. Die Studien dazu sind überwiegend Beobachtungen. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [3][4]

Natürliche Supplemente

Nahrungsergänzung ersetzt keine Abklärung. Dosierung und Wechselwirkungen besprich mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.

  • Glutamin Die bisher einzige randomisierte Studie dazu untersuchte genau diese Gruppe: Reizdarm mit Durchfall nach einer Infektion. Das Ergebnis war deutlich, ist aber noch nicht bestätigt. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5][6]
  • Lösliche Ballaststoffe Flohsamenschalen machen den Stuhl fester und sind bei Reizdarm empfohlen. Langsam beginnen, sonst nehmen die Blähungen zu. Gesichert So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]
  • Pfefferminzöl Magensaftresistente Kapseln mit Pfefferminzöl entspannen die Darmmuskulatur und besserten in einer Meta-Analyse Reizdarm-Beschwerden. Mögliche Nebenwirkung ist Sodbrennen. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [7]

Medizinische Eingriffe

Information, keine Behandlungsempfehlung. Entscheide gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt. Zulassung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Land.

  • Anhaltende Infektion ausschließen Besonders nach Fernreisen kann ein Erreger wie Giardia fortbestehen. Eine gezielte Stuhluntersuchung kann das klären; je nach Erreger sind mehrere Proben oder ein Antigen- oder PCR-Test nötig. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
  • An Gallensäuren denken Ein Gallensäureverlust ist eine behandelbare Ursache für Durchfall, die leicht übersehen wird. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [8]
  • Rifaximin Besserte in großen Studien Reizdarm-Beschwerden ohne Verstopfung bei einem Teil der Betroffenen. Ob es für Reizdarm zugelassen ist, unterscheidet sich von Land zu Land. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [9]
  • Andere Ursachen ausschließen Bei Reizdarm mit Durchfall empfiehlt die Leitlinie einen Bluttest auf Zöliakie und bei Verdacht auf Entzündung Calprotectin im Stuhl. Das ist schnell erledigt und schafft Klarheit, bevor man monatelang an der Ernährung probiert. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]
  • Darm-Hirn-Therapien Darmgerichtete Hypnose und kognitive Verhaltenstherapie wirken bei Reizdarm über die Nervenverbindung zwischen Darm und Gehirn. Die Leitlinie empfiehlt sie ausdrücklich, auch wenn die Ursache eine Infektion war. Sie sind kein Hinweis, dass die Beschwerden „psychisch“ sind. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]

Lust auf etwas ganz anderes? Noch eins, zufällig

So bewerten wir die Studienlage
Vertrauens-Score 5 von 5:Gesichert
Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen.
Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt
Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis.
Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend
Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien.
Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft.
Vertrauens-Score 1 von 5:Experimentell
Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Quellen

  1. Halvorson et al. 2006: Meta-Analyse zum Reizdarm nach Darminfektion (American Journal of Gastroenterology)
  2. Lacy et al. 2021: ACG-Leitlinie Reizdarmsyndrom (American Journal of Gastroenterology)
  3. Wang et al. 2018: Schlafstörungen bei Reizdarm, Meta-Analyse mit 36 Studien (Saudi Journal of Gastroenterology)
  4. Ma et al. 2023: Psychischer Stress und Darmflora, systematische Übersicht von 13 Humanstudien (Neuropsychobiology)
  5. Zhou et al. 2019: Glutamin bei postinfektiösem Reizdarm, randomisiert und placebokontrolliert (Gut)
  6. Ford & Gibson 2019: Kritischer Leserbrief zur Glutamin-Studie (Gut)
  7. Ingrosso et al. 2022: Pfefferminzöl bei Reizdarm, systematische Übersicht und Meta-Analyse (Alimentary Pharmacology & Therapeutics)
  8. NICE DG44, 2021: SeHCAT-Test bei Gallensäure-Durchfall, Auswertung der Studienlage
  9. Pimentel et al. 2011: TARGET-Studien zu Rifaximin bei Reizdarm ohne Verstopfung (New England Journal of Medicine)
  10. Klem et al. 2017: Reizdarm nach Darminfektion, Meta-Analyse von 45 Studien (Gastroenterology)
  11. Spiller & Garsed 2009: Reizdarm nach Infektion, Übersicht zu Häufigkeit, Risikofaktoren und Mechanismen (Gastroenterology)
  12. Spiller et al. 2000: Mehr Serotonin-bildende Zellen, T-Zellen und höhere Durchlässigkeit nach Campylobacter-Infektion (Gut)
  13. Hanevik et al. 2014: Reizdarm und chronische Erschöpfung sechs Jahre nach einer Giardia-Infektion, Kohorte aus Bergen (Clinical Infectious Diseases)
  14. Wei et al. 2020: Mehr primäre, weniger sekundäre Gallensäuren im Stuhl bei Durchfall-Reizdarm (World Journal of Gastroenterology)
  15. Wang et al. 2024: Häufigkeit und Risikofaktoren von Reizdarm nach Covid-19, Meta-Analyse (European Journal of Gastroenterology & Hepatology)
  16. Drossman et al. 2026: Darm-Hirn-Störungen und der Rom-V-Prozess (Gastroenterology 170:1083–1098)

Dein Fortschritt

Melde dich an, um Kapitel als gelesen zu markieren, zu bewerten oder zur Prüfung zu melden. Ein Konto ist freiwillig und kostenlos.

Bewertungen der Lesenden

Noch keine Durchschnitte. Sie erscheinen, sobald 3 Lesende eine Frage beantwortet haben.

Hilfreich für mich 0 = gar nicht · 5 = sehr
So bewerten andere: noch zu wenige Bewertungen
Hatte neue Infos für mich 0 = nichts Neues · 5 = viel Neues
So bewerten andere: noch zu wenige Bewertungen
Leicht zu verstehen 0 = sehr schwer · 5 = sehr leicht
So bewerten andere: noch zu wenige Bewertungen
Entspricht meinem Verständnis 0 = widerspricht ihm ganz · 5 = entspricht ihm ganz
So bewerten andere: noch zu wenige Bewertungen
Inhaltlich richtig und aktuell 0 = falsch oder veraltet · 5 = richtig und aktuell
So bewerten andere: noch zu wenige Bewertungen

Melde dich an, um dieses Kapitel zu bewerten. Ein Konto ist freiwillig und kostenlos.

Stimmt hier etwas nicht?

Wenn du denkst, dass etwas falsch, veraltet oder missverständlich ist, melde es zur Prüfung. Jeder Hinweis wird gelesen und beantwortet.

Melde dich an, um Kapitel als gelesen zu markieren, zu bewerten oder zur Prüfung zu melden. Ein Konto ist freiwillig und kostenlos.