Darm-Hirn-Achse

Die Darm-Hirn-Achse

Wie Stress auf den Bauch schlägt und warum Psychotherapie bei Reizdarm wirkt.

Wie sicher ist die Forschung? Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt

Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn und die Wirksamkeit darmgerichteter Psychotherapie bei Reizdarm sind gut belegt. Welche Rolle das Mikrobiom dabei spielt, ist beim Menschen weniger klar.

Ursache oder Folge? Grundursache 3 von 5:Ursache und Folge

Die Darm-Hirn-Achse erklärt, wie Stress und Erwartung im Darm ankommen. Sie ist damit Zwischenstück und Erklärung zugleich.

Gesunder Zustand

Darm und Gehirn sind über fünf Wege verbunden. Erstens über Nerven: der Vagusnerv Zehnter Hirnnerv und wichtigster Nerv des Ruhe- und Verdauungssystems. Er verbindet Hirnstamm und Bauchorgane; die meisten Fasern melden dem Gehirn, was im Darm passiert. Mehr im Kapitel „Der Vagusnerv: die Datenleitung zwischen Bauch und Kopf“ als „Kabel“ zwischen Bauch und Hirnstamm, und das enterische Nervensystem, das „Bauchhirn“ aus mehreren hundert Millionen Nervenzellen in der Darmwand, das Bewegung und Sekretion weitgehend selbst steuert. Zweitens über Hormone, vor allem die Stressachse mit Cortisol und die Hormonzellen des Darms. Drittens über Botenstoffe des Immunsystems. Viertens über Stoffe, die Darmbakterien bilden, etwa Kurzkettige Fettsäuren Säuren wie Acetat, Propionat und Butyrat, die Darmbakterien aus Ballaststoffen bilden. Sie nähren die Darmwand und wirken im ganzen Körper. Mehr im Kapitel „Butyrat und andere kurzkettige Fettsäuren“, Gallensäuren Von der Leber gebildete Stoffe, die Fett verdaulich machen. Etwa 95 Prozent werden im letzten Dünndarmabschnitt zurückgeholt, Darmbakterien wandeln den Rest um. Mehr im Kapitel „Gallensäuren: wenn Galle Durchfall macht“-Abkömmlinge und Abbauprodukte von Eiweißbausteinen. Und fünftens über Mastzellen Immunzellen unter Haut und Schleimhäuten, gefüllt mit Histamin und anderen Botenstoffen. Sie schlagen bei Allergien, Infektionen und Stress Alarm. Mehr im Kapitel „Mastzellen: Alarmzellen im Darm, Histamin und das umstrittene MCAS“ und andere Immunzellen, die in der Darmwand dicht neben Nervenenden sitzen. Die meisten Signale laufen vom Darm zum Gehirn, nicht umgekehrt.

Ein Beispiel ist Serotonin. Der größte Teil im Körper wird in Hormonzellen der Darmwand gebildet und steuert dort Darmbewegung, Flüssigkeitsabgabe und Übelkeit. Dieses Serotonin ist nicht der „Stimmungsstoff“ im Gehirn: Es gelangt kaum durch die Blut-Hirn-Schranke, das Gehirn bildet sein eigenes. Spannend ist, dass Hormonzellen im Darm in Mäusen direkte Kontaktstellen mit Vagusfasern bilden und Signale über Zucker oder Nährstoffe in Sekundenbruchteilen ans Gehirn melden können, schneller als über das Blut.

Normalerweise wird dieser Strom gefiltert. Das Gehirn bewertet jedes Signal: Ist es wichtig oder Hintergrundrauschen? Absteigende Bahnen vom Gehirn zum Rückenmark dämpfen Darmsignale, so wie man das Ticken einer Uhr nach einer Weile nicht mehr hört. Bewusst nehmen wir nur Hunger, Sättigung, Völle und Stuhldrang wahr. Aufmerksamkeit, Erwartung, Stimmung und frühere Erfahrungen stellen diesen Filter laufend ein. Man spürt deshalb dieselbe Dehnung beim Essen mit Freunden anders als allein vor einer Prüfung.

Welche Rolle die Darmmikroben dabei spielen, ist ein Forschungsfeld mit großen Versprechen und kleinen Beweisen. In Mäusen verändert ein bestimmter Laktobazillus Verhalten und Stressreaktion, aber nur, wenn der Vagusnerv intakt ist. Das zeigt, dass es den Weg gibt, nicht, dass dieselbe Wirkung beim Menschen eintritt. Beim Menschen sind die Zusammenhänge zwischen Mikrobiom, Darmflora Die Gemeinschaft aller Mikroben im Darm, vor allem Bakterien, dazu Viren, Pilze und Archaeen. Die meisten leben im Dickdarm. Mehr im Kapitel „Mikrobielle Vielfalt aufbauen“, Stimmung und Darmempfindlichkeit meist Korrelationen: Man sieht Unterschiede, weiß aber oft nicht, was Ursache und was Folge ist.

GehirnDarmFilternur wenige Signale kommen an
Der Darm meldet ständig an das Gehirn. Das Gehirn filtert die meisten Signale heraus.

Gestörter Zustand: Ursachen und Folgen

Bei Reizdarmsyndrom Wiederkehrende Bauchschmerzen, die mit dem Stuhlgang zusammenhängen, ohne dass Untersuchungen eine andere Ursache finden. Heute als Störung der Darm-Hirn-Verbindung verstanden. und verwandten Beschwerden ist vor allem die Verarbeitung gestört. Fachleute sprechen heute von Störungen der Darm-Hirn-Interaktion. Es gibt zwei Schrauben. Am Darm selbst werden die Nervenenden empfindlicher („periphere Sensibilisierung“); in der Darmwand liegen bei Betroffenen mehr aktivierte Mastzellen nahe an Nerven, und die Schmerzstärke hängt in einer Studie damit zusammen. Im Gehirn wird der Filter schwächer („zentrale Sensibilisierung“): Signale, die sonst unterhalb der Wahrnehmung bleiben, werden als Schmerz oder Druck gespürt. Das nennt man viszerale Überempfindlichkeit. Der Darm ist dabei nicht „kaputt“; er meldet zu laut.

Stress dreht an beiden Schrauben. Das Stresshormon CRH macht in einer kleinen Studie mit Gesunden den Dünndarm über Mastzellen durchlässiger, es verändert die Darmbewegung, und der Vagusnerv, der normalerweise beruhigt, war in manchen Studien bei Reizdarm weniger aktiv, gemessen an der Herzratenvariabilität. Das betraf vor allem Untergruppen, etwa Frauen oder Menschen mit Depression; im Mittel fanden die meisten Studien keinen klaren Unterschied (mehr im Kapitel zum Vagusnerv). Dazu kommt, dass Anspannung Bauchwand und Beckenboden verspannt und flaches Atmen die Verdauung nicht gerade unterstützt.

Die Gegenrichtung ist genauso wichtig. Dauerhafte Bauchbeschwerden machen müde, ängstlich und niedergeschlagen; Entzündungsbotenstoffe können schon für sich allein Krankheitsgefühl und gedrückte Stimmung auslösen. Wer Angst vor dem nächsten Schub hat, meidet Essen, Reisen und Termine, achtet ständig auf den Bauch und schläft schlechter, und all das stellt den Filter noch empfindlicher ein. Für viele beginnt der Kreislauf mit einem Auslöser wie einer Darminfektion, einer Antibiotika-Kur oder einer belastenden Lebensphase. Warum er bei manchen bleibt und bei anderen nicht, ist nicht geklärt.

Für die Mikroben gilt auch hier: Es gibt Hinweise, aber keine Gewissheit. In einer Mausstudie lösten Darmbakterien aus dem Stuhl von Menschen mit Reizdarm über Histamin Ein Botenstoff des Körpers, der auch in gereiften und vergorenen Lebensmitteln steckt. Zu viel davon kann Kopfschmerz, Hautrötung oder Durchfall auslösen. Mehr im Kapitel „Histaminintoleranz: viel gesucht, wenig gesichert“ und Mastzellen Bauchschmerz aus. Das ist ein möglicher Mechanismus, beim Menschen aber noch kein belegter Behandlungsansatz. Sicher ist nur, dass die Zusammensetzung der Darmflora bei Reizdarm im Durchschnitt etwas anders ist als bei Gesunden, ohne ein einheitliches Muster.

Drei Missverständnisse sind verbreitet. „Psychosomatisch“ heißt nicht „eingebildet“: Die Beschwerden sind echt und haben messbare Grundlagen. „Es liegt nur am Kopf“ stimmt ebenso wenig, denn Darm, Immunzellen und Mikroben sind beteiligt. Und „wenn die Untersuchungen normal sind, ist nichts da“ ist falsch: Normale Spiegelungen und Blutwerte schließen schwere Erkrankungen aus, nicht aber eine Störung der Funktion. Deshalb kann man am Darm und am Kopf gleichzeitig ansetzen, und genau das tun die besten Behandlungen.

GehirnDarmFilternormale Signale werden als Schmerz gespürtStress und Darm schaukeln sich hoch
Unter Stress oder nach Entzündungen wird der Filter durchlässig: Normale Darmsignale fühlen sich wie Schmerz an.

Woher es kommt und wohin es führt

Dieselben Beschwerden können verschiedene Wurzeln haben. Diese Karte zeigt, was an diesem Problem beteiligt sein kann und was daraus folgen kann.

Mögliche Ursachen. Stress & Schlaf. Mögliche Folgen. Empfindlicher Magen, Essensangst, Bauchschmerzen, Nährstoffmangel, Brain Fog & Erschöpfung

  • Mögliche Ursachen
  • Dieses Problem
  • Mögliche Folgen

Die Vorschau passt sich der Bildschirmbreite an. In der großen Karte siehst du alles auf einmal.

Fahre mit der Maus über einen Kasten: Seine Verbindungen werden hervorgehoben, alles andere tritt zurück.

Tippe einen Kasten an: Seine Verbindungen werden hervorgehoben. Ein zweiter Tipp öffnet das Kapitel.

Zusammenhänge, keine Gewissheit: Eine Verbindung heißt „kann“, nicht „muss“. Was auf dich zutrifft, klärt das Gespräch mit Ärztin oder Arzt.

Was oft hilft

Lebensstil

Ernährung, Bewegung, Schlaf, Kontakte und Stressumgang.

  • Regelmäßige Entspannung Atemübungen und Spaziergänge dämpfen die Stressreaktion. Zu Yoga bei Reizdarm fand eine Meta-Analyse von 11 kleinen Studien bisher keinen sicheren Nutzen. Such dir etwas, das du wirklich durchhältst. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1]
  • Bewegung Regelmäßige moderate Bewegung lindert bei Reizdarm in Studien die Beschwerden. Schon Alltagsbewegung zählt; wichtig ist, dass es regelmäßig ist. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]
  • Vermeidung Schritt für Schritt abbauen Wer aus Angst vor dem Bauch Essen, Reisen oder Verabredungen meidet, hält den Filter empfindlich. In der Verhaltenstherapie bei Reizdarm übt man, solche Dinge in kleinen Schritten wieder zu tun. Das kannst du auch allein beginnen, mit der leichtesten Situation zuerst. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [3]
  • Zwerchfellatmung statt Bauch einziehen Tief in den Bauch zu atmen und die Bauchwand beim Einatmen locker zu lassen, kann Anspannung und das Gefühl des Aufgeblähtseins mindern. Bei Menschen, die den Bauch unbewusst anspannen, hilft auch gezieltes Training mit Rückmeldung. Die Belege dafür betreffen vor allem Blähbauch. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [4]
  • Tagebuch statt Dauerkontrolle Ein paar Wochen Beschwerden, Stress und Essen aufschreiben zeigt Muster. Dann den Bauch bewusst nicht mehr den ganzen Tag abhören; ständiges Beobachten verstärkt Signale. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Natürliche Supplemente

Nahrungsergänzung ersetzt keine Abklärung. Dosierung und Wechselwirkungen besprich mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.

  • Pfefferminzöl Magensaftresistente Pfefferminzöl-Kapseln lindern Bauchschmerzen und Krämpfe bei Reizdarm. Die Leitlinie schlägt sie vor, und eine Meta-Analyse stützt das. Sie kann Sodbrennen verstärken. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5][6]
  • Probiotika für die Stimmung und gegen Stress Sogenannte Psychobiotika sind vor allem im Tierversuch untersucht. Die Ergebnisse beim Menschen sind uneinheitlich. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
  • Lösliche Ballaststoffe Lösliche Ballaststoffe wie Flohsamenschalen verbessern bei Reizdarm nach der Leitlinie die Gesamtbeschwerden, unlösliche wie Weizenkleie eher nicht. Langsam steigern, sonst blähen sie. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5]

Medizinische Eingriffe

Information, keine Behandlungsempfehlung. Entscheide gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt. Zulassung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Land.

  • Darmgerichtete Psychotherapie Darmhypnose und kognitive Verhaltenstherapie lindern Reizdarm-Beschwerden oft dauerhaft. Eine Meta-Analyse von 53 Studien fand Nutzen. In manchen Ländern gibt es dafür auch ärztlich verschreibbare Apps. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5][7]
  • Niedrig dosierte Antidepressiva Trizyklische Antidepressiva in niedriger Dosis dämpfen die Schmerzweiterleitung aus dem Darm. Sie werden dafür eingesetzt, auch ohne Depression. Sie wirken nicht sofort und haben Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Verstopfung, deshalb ärztlich begleitet. Gesichert So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5]
  • Ausschluss anderer Ursachen Reizdarm wird anhand der Beschwerden diagnostiziert, aber andere Erkrankungen wie Zöliakie oder chronische Darmentzündung sollten bei passenden Hinweisen ausgeschlossen sein. Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Beschwerden aus dem Schlaf heraus oder Beginn nach dem 50. Lebensjahr gehören zügig abgeklärt. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5]
  • Mittel nach Hauptbeschwerde Je nach Beschwerdebild gibt es Mittel gegen Krämpfe, Durchfall oder Verstopfung, deren Auswahl in die ärztliche Hand gehört. Sie ergänzen die Arbeit an der Darm-Hirn-Achse, ersetzen sie aber nicht. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5]

Lust auf etwas ganz anderes? Noch eins, zufällig

So bewerten wir die Studienlage
Vertrauens-Score 5 von 5:Gesichert
Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen.
Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt
Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis.
Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend
Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien.
Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft.
Vertrauens-Score 1 von 5:Experimentell
Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Quellen

  1. Saab et al. 2025: Yoga bei Reizdarm, Meta-Analyse von 11 randomisierten Studien (American Journal of Gastroenterology)
  2. Johannesson et al. 2011: Mehr Bewegung lindert Reizdarm-Beschwerden, randomisierte Studie (American Journal of Gastroenterology)
  3. Everitt et al. 2019: Telefon- und Web-Verhaltenstherapie bei Reizdarm, ACTIB-Studie mit 558 Personen (Gut)
  4. Barba et al. 2015: Bauchwand- und Zwerchfellbewegung bei aufgetriebenem Bauch und Korrektur durch Biofeedback (Gastroenterology)
  5. Lacy et al. 2021: ACG-Leitlinie Reizdarmsyndrom (American Journal of Gastroenterology)
  6. Ingrosso et al. 2022: Pfefferminzöl bei Reizdarm, systematische Übersicht und Meta-Analyse (Alimentary Pharmacology & Therapeutics)
  7. Ford et al. 2019: Antidepressiva und Psychotherapien bei Reizdarm, Meta-Analyse von 53 Studien (American Journal of Gastroenterology)
  8. Breit et al. 2018: Der Vagusnerv als Vermittler der Darm-Hirn-Achse, Übersicht (Frontiers in Psychiatry)
  9. Kaelberer et al. 2018: Hormonzellen des Darms bilden Kontaktstellen mit dem Vagusnerv, Maus (Science)
  10. Bravo et al. 2011: Ein Laktobazillus verändert Verhalten bei Mäusen nur mit intaktem Vagus (PNAS)
  11. Barbara et al. 2004: Aktivierte Mastzellen nahe an Nerven und Schmerz bei Reizdarm, 44 Personen (Gastroenterology)
  12. Vanuytsel et al. 2014: Stress und CRH machen den Dünndarm über Mastzellen durchlässiger (Gut)
  13. Mazurak et al. 2012: Herzratenvariabilität bei Reizdarm, Übersicht (Neurogastroenterology & Motility)
  14. Dantzer et al. 2008: Von Entzündung zu Krankheitsgefühl und Depression (Nature Reviews Neuroscience)
  15. De Palma et al. 2022: Histamin bildende Darmbakterien lösen über Mastzellen Bauchschmerzen aus, Mausstudie mit Stuhl von Reizdarm-Patienten (Science Translational Medicine)
  16. Mearin et al. 2016: Rom-IV-Kriterien für funktionelle Darmerkrankungen (Gastroenterology)

Dein Fortschritt

Melde dich an, um Kapitel als gelesen zu markieren, zu bewerten oder zur Prüfung zu melden. Ein Konto ist freiwillig und kostenlos.

Bewertungen der Lesenden

Noch keine Durchschnitte. Sie erscheinen, sobald 3 Lesende eine Frage beantwortet haben.

Hilfreich für mich 0 = gar nicht · 5 = sehr
So bewerten andere: noch zu wenige Bewertungen
Hatte neue Infos für mich 0 = nichts Neues · 5 = viel Neues
So bewerten andere: noch zu wenige Bewertungen
Leicht zu verstehen 0 = sehr schwer · 5 = sehr leicht
So bewerten andere: noch zu wenige Bewertungen
Entspricht meinem Verständnis 0 = widerspricht ihm ganz · 5 = entspricht ihm ganz
So bewerten andere: noch zu wenige Bewertungen
Inhaltlich richtig und aktuell 0 = falsch oder veraltet · 5 = richtig und aktuell
So bewerten andere: noch zu wenige Bewertungen

Melde dich an, um dieses Kapitel zu bewerten. Ein Konto ist freiwillig und kostenlos.

Stimmt hier etwas nicht?

Wenn du denkst, dass etwas falsch, veraltet oder missverständlich ist, melde es zur Prüfung. Jeder Hinweis wird gelesen und beantwortet.

Melde dich an, um Kapitel als gelesen zu markieren, zu bewerten oder zur Prüfung zu melden. Ein Konto ist freiwillig und kostenlos.