Mikrobielle Vielfalt

Das erste Mikrobiom: Geburt, Stillen, Antibiotika und was davon bleibt

In den ersten drei Lebensjahren entsteht die Darmflora, und das Immunsystem lernt an ihr. Was der Geburtsweg, das Stillen, Antibiotika, Geschwister und Haustiere damit zu tun haben, was sich später auswächst und was Eltern wirklich tun können.

Wie sicher ist die Forschung? Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend

Gut belegt ist, wie sich die Darmflora in den ersten drei Jahren aufbaut und dass Stillen und Geburtsweg sie prägen. Dass Probiotika Frühgeborene vor einer schweren Darmentzündung schützen und ein bestimmter Stamm Koliken bei gestillten Babys lindert, zeigen Meta-Analysen. Ob ein Kaiserschnitt oder frühe Antibiotika über die Darmflora später Krankheiten verursachen, ist dagegen nur aus Beobachtungsstudien bekannt.

Ursache oder Folge? Grundursache 3 von 5:Ursache und Folge

Die ersten Lebensjahre legen die Grundlage für Darmflora und Immunsystem. Störungen in dieser Zeit stehen am Anfang mancher späteren Allergie oder Entzündung, wie stark, ist aber nur aus Beobachtungen bekannt.

Gesunder Zustand

Im Mutterleib ist der Darm des Kindes nach heutigem Wissen praktisch keimfrei. Bei der Geburt und in den Tagen danach ziehen dann Bakterien ein, von der Mutter, aus der Umgebung und von allen, die das Kind im Arm halten. Eine Studie, die 25 Mütter und ihre Babys über vier Monate verfolgte, zeigte: Bakterien von Haut und Scheide der Mutter siedeln nur vorübergehend. Dauerhaft halten sich vor allem Stämme aus dem Darm der Mutter, die bei einer natürlichen Geburt mitgegeben werden.

Muttermilch enthält eine Besonderheit: Weit über hundert verschiedene Zuckerketten, die sogenannten Muttermilch-Oligosaccharide (HMO), die das Baby selbst gar nicht verdauen kann. Sie sind Futter für bestimmte Bifidobakterien, besonders Bifidobacterium infantis. Diese Bakterien vergären die Zucker zu Stoffen, die den Darm leicht sauer machen, Krankheitserreger fernhalten und das Immunsystem beruhigen. Muttermilch füttert also gezielt die Bakterien, die das Baby braucht.

Die Mikrobiom, Darmflora Die Gemeinschaft aller Mikroben im Darm, vor allem Bakterien, dazu Viren, Pilze und Archaeen. Die meisten leben im Dickdarm. Mehr im Kapitel „Mikrobielle Vielfalt aufbauen“ reift in Stufen. Eine große Studie mit 903 Kindern aus Europa und den USA und über 12 000 Stuhlproben fand drei Phasen: Entwicklung bis etwa zum 14. Monat, Übergang bis etwa zum 30. Monat und danach eine stabile Phase, die der Flora von Erwachsenen ähnelt. Der stärkste Einflussfaktor war, ob das Kind Muttermilch bekam. Mit dem Abstillen und fester Nahrung reifte die Flora schneller. Geschwister und Haustiere im Haushalt hinterließen ebenfalls Spuren.

In dieser Zeit lernt das Immunsystem, Freund von Feind zu unterscheiden. Es lernt, harmlose Bakterien, Essen und Pollen zu dulden und echte Erreger zu bekämpfen. Studien deuten darauf hin, dass diese frühe Lernphase mitbestimmt, wie anfällig jemand später für Allergien, Asthma und andere Entzündungskrankheiten ist.

MutterBabyGeburtMuttermilchBifidobakterienAbwehr lernt
Bei der Geburt und über die Muttermilch bekommt das Baby die passenden Bakterien. Bifidobakterien wachsen, das Immunsystem lernt Toleranz.

Gestörter Zustand: Ursachen und Folgen

Bei einem Kaiserschnitt fehlt der Kontakt mit der Darmflora der Mutter unter der Geburt. In einer britischen Studie mit 596 Babys fehlten nach Kaiserschnitt oft die Bacteroides-Stämme der Mutter. Stattdessen siedelten häufiger Krankenhauskeime wie Enterococcus, Enterobacter und Klebsiella, teils mit Resistenzen gegen Antibiotika. Abgeschwächt sah man dasselbe bei natürlich geborenen Babys, deren Mütter unter der Geburt Antibiotika bekamen, und bei Babys, die in den ersten Wochen nicht gestillt wurden.

Die gute Nachricht: Diese Unterschiede wachsen sich weitgehend aus. In der großen Studie mit 903 Kindern war der Geburtsweg nur in der ersten Phase bis etwa zum 14. Monat deutlich zu erkennen, danach kaum noch. Ob ein Kaiserschnitt über die Darmflora das spätere Risiko für Allergien, Asthma oder Übergewicht erhöht, wie Beobachtungsstudien vermuten lassen, ist nicht bewiesen. Kinder, die per Kaiserschnitt geboren werden, unterscheiden sich auch in anderen Dingen, etwa im Grund für den Kaiserschnitt.

Bifidobacterium infantis ist in Industrieländern selten geworden, auch bei gestillten Kindern. Eine Studie fand: Fehlten Bifidobakterien und vor allem ihre Gene zum Verwerten der Muttermilch-Zucker, hatten die Babys mehr Entzündungszeichen im Blut. Gestillte Babys, die B. infantis als Präparat bekamen, zeigten im Darm weniger Botenstoffe, die mit Allergien in Verbindung stehen.

Antibiotika in den ersten beiden Lebensjahren gehen mit einem höheren Risiko für mehrere Krankheiten einher. In einer US-Studie mit über 14 500 Kindern hatten 70 Prozent im ersten und zweiten Lebensjahr mindestens ein Antibiotikum bekommen. Sie erkrankten später häufiger an Asthma, Heuschnupfen, Neurodermitis, Zöliakie Eine Autoimmunerkrankung, bei der Gluten die Dünndarmschleimhaut schädigt. Sie wird mit einem Bluttest und meist einer Gewebeprobe festgestellt, solange man noch Gluten isst. Mehr im Kapitel „Laktose, Fruktose, Gluten: Unverträglichkeiten richtig einordnen“, Übergewicht und ADHS, je nach Krankheit um das 1,2- bis 2,9-Fache. Auch hier ist offen, wie viel davon an den Antibiotika liegt und wie viel an den Infektionen, die sie nötig gemacht haben.

Die Umgebung zählt ebenfalls. Amish- und Hutterer-Kinder in den USA haben eine ähnliche Herkunft und Lebensweise, aber die Amish betreiben traditionelle Landwirtschaft mit Tieren im Hof, die Hutterer industrielle. Bei den Amish-Kindern waren Asthma und Allergien vier- bis sechsmal seltener, und im Hausstaub fand sich fast siebenmal so viel Bakterienmaterial. Bei Mäusen schützte Staub aus Amish-Häusern vor allergischem Asthma, Staub aus Hutterer-Häusern nicht.

Bei sehr früh geborenen Babys ist der Darm noch unreif, und die Darmflora entwickelt sich auf der Intensivstation unter Antibiotika. Hier droht die nekrotisierende Enterokolitis, eine schwere Entzündung des Darms, die tödlich sein kann. Eine Cochrane-Übersicht aus 60 Studien mit über 11 000 Frühgeborenen fand, dass Probiotika Lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge einen Nutzen haben sollen. Die Wirkung hängt vom einzelnen Stamm ab. Mehr im Kapitel „Fermentierte Lebensmittel richtig nutzen“ dieses Risiko etwa halbierten und die Sterblichkeit leicht senkten.

MutterBabyKaiserschnittAntibiotikaKlinikkeimeBifidobakterien fehlen
Nach Kaiserschnitt, Antibiotika oder ohne Muttermilch siedeln häufiger Krankenhauskeime, Bifidobakterien fehlen. Meist gleicht sich das in den ersten Jahren aus.

Woher es kommt und wohin es führt

Dieselben Beschwerden können verschiedene Wurzeln haben. Diese Karte zeigt, was an diesem Problem beteiligt sein kann und was daraus folgen kann.

Mögliche Ursachen. . Mögliche Folgen. Darmimmunsystem, Allergien, Opportunisten, Autoimmunität, Crohn & Colitis, Haut & Darm, Biofilme, Gastroparese, Verstopfung, Schwache Verdauung, Nährstoffmangel, Gallensäuren, Darmkrebs, Brain Fog & Erschöpfung, Durchfall, Bauchschmerzen

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Zusammenhänge, keine Gewissheit: Eine Verbindung heißt „kann“, nicht „muss“. Was auf dich zutrifft, klärt das Gespräch mit Ärztin oder Arzt.

Was oft hilft

Lebensstil

Ernährung, Bewegung, Schlaf, Kontakte und Stressumgang.

  • Stillen, wenn es geht Muttermilch füttert die Bifidobakterien, die das Baby in den ersten Monaten braucht, und war in der großen Studie der stärkste Einfluss auf die Darmflora. Auch teilweises Stillen zählt. Wo Stillen nicht klappt, entwickelt sich die Flora trotzdem, nur etwas anders. Schuldgefühle helfen niemandem. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1][2]
  • Nach einem Kaiserschnitt gelassen bleiben Die Unterschiede in der Darmflora nach Kaiserschnitt sind in den ersten Monaten deutlich, wachsen sich aber weitgehend aus. Stillen, Geschwister, Haustiere und später vielfältiges Essen helfen der Flora ohnehin. Ein Kaiserschnitt, der medizinisch nötig ist, ist immer die richtige Entscheidung. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1][3]
  • Allergene früh einführen Bei Babys mit starkem Ekzem oder Ei-Allergie bekamen in einer großen Studie nur 1,9 Prozent eine Erdnussallergie, wenn sie früh regelmäßig Erdnuss aßen, gegenüber 13,7 Prozent bei Vermeidung. Das Immunsystem lernt über den Darm, Lebensmittel zu dulden. Wann und wie, besonders bei Risikokindern, mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprechen. Gesichert So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [4]
  • Nicht zu steril Geschwister, Haustiere, Spielen draußen und Kontakt mit Tieren hinterlassen Spuren in der Darmflora und gehen in Studien mit weniger Allergien einher. Übertriebene Desinfektion im Haushalt bringt keinen Vorteil. Händewaschen vor dem Essen und nach der Toilette bleibt trotzdem sinnvoll. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5][1]

Natürliche Supplemente

Nahrungsergänzung ersetzt keine Abklärung. Dosierung und Wechselwirkungen besprich mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.

  • Bei Koliken gestillter Babys: Lactobacillus reuteri Eine Meta-Analyse mit Rohdaten aus vier Studien fand, dass der Stamm L. reuteri DSM 17938 bei gestillten Babys mit Koliken das Schreien deutlich verkürzte. Bei Flaschenkindern war kein Effekt nachweisbar. Vorher abklären lassen, dass keine andere Ursache hinter dem Schreien steckt. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [6]
  • Bifidobacterium infantis: vielversprechend, noch nicht Standard Bei gestillten Babys siedelte sich B. infantis als Präparat an und dämpfte Entzündungsbotenstoffe. Ob das später Allergien verhindert, ist nicht gezeigt. Gesunde Babys brauchen keine Probiotika; wer es erwägt, bespricht es mit der Kinderarztpraxis. Experimentell So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]

Medizinische Eingriffe

Information, keine Behandlungsempfehlung. Entscheide gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt. Zulassung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Land.

  • Antibiotika bei Babys: nur wenn nötig, dann aber richtig Viele Infekte im Kleinkindalter sind Viren, gegen die Antibiotika nicht helfen. Wenn eine bakterielle Infektion vorliegt, sind Antibiotika aber wichtig und sollten nicht aus Sorge um die Darmflora verweigert werden. Frag nach, ob ein Antibiotikum wirklich nötig ist und ob ein schmal wirkendes reicht. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [7][3]
  • Frühgeborene: Probiotika auf der Neugeborenen-Intensivstation Bei sehr früh oder sehr leicht geborenen Babys senken Probiotika das Risiko einer schweren Darmentzündung deutlich. Viele Kliniken setzen sie deshalb ein. Eltern können fragen, wie ihre Station das handhabt. Die Präparate müssen für diesen Zweck geprüft sein, keine frei gekauften Mittel. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [8]
  • Vaginalflora oder Mutterstuhl übertragen: nur in Studien Nach einem Kaiserschnitt Babys mit Scheidenflüssigkeit oder verdünntem Stuhl der Mutter in Kontakt zu bringen, wird erforscht. Eine chinesische Studie mit 68 Babys fand eine schnellere Reifung der Darmflora, eine finnische mit 7 Babys ebenso. Ohne Untersuchung der Mutter können so aber Erreger wie Streptokokken der Gruppe B oder Herpesviren übertragen werden. Deshalb nicht selbst machen. Experimentell So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [9][10]

Lust auf etwas ganz anderes? Noch eins, zufällig

So bewerten wir die Studienlage
Vertrauens-Score 5 von 5:Gesichert
Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen.
Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt
Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis.
Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend
Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien.
Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft.
Vertrauens-Score 1 von 5:Experimentell
Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Quellen

  1. Stewart et al. 2018: Entwicklung der Darmflora in der frühen Kindheit, 903 Kinder der TEDDY-Studie (Nature)
  2. Henrick et al. 2021: Bifidobakterien prägen das Immunsystem früh im Leben (Cell)
  3. Shao et al. 2019: Gestörte Darmflora und Krankenhauskeime nach Kaiserschnitt, 596 Babys (Nature)
  4. Du Toit et al. 2015: Frühe Erdnuss bei Säuglingen mit Allergierisiko, LEAP-Studie (New England Journal of Medicine)
  5. Stein et al. 2016: Bauernhof, Hausstaub und Asthma bei Amish- und Hutterer-Kindern (New England Journal of Medicine)
  6. Sung et al. 2018: Lactobacillus reuteri gegen Koliken, Meta-Analyse mit Rohdaten aus vier Studien (Pediatrics)
  7. Aversa et al. 2021: Antibiotika in den ersten zwei Lebensjahren und spätere Krankheiten, 14 572 Kinder (Mayo Clinic Proceedings)
  8. Sharif et al. 2023: Probiotika gegen nekrotisierende Enterokolitis bei Frühgeborenen, Cochrane-Übersicht aus 60 Studien
  9. Zhou et al. 2023: Übertragung von Vaginalflora nach Kaiserschnitt, randomisiert mit 68 Babys (Cell Host & Microbe)
  10. Korpela et al. 2020: Stuhl der Mutter für Babys nach Kaiserschnitt, Machbarkeitsstudie mit 7 Kindern (Cell)
  11. Ferretti et al. 2018: Wie Bakterien von der Mutter auf das Baby übergehen, 25 Mutter-Kind-Paare (Cell Host & Microbe)
  12. Dominguez-Bello et al. 2010: Der Geburtsweg prägt die ersten Bakterien des Neugeborenen (PNAS)
  13. Vatanen et al. 2018: Darmflora von 783 Kindern vor Typ-1-Diabetes, TEDDY-Studie (Nature)

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