Mund und Darm: wie Zähne, Zahnfleisch und Mundspülung die Darmflora berühren
Wir schlucken täglich Milliarden Mundbakterien. Meist ist das harmlos, aber bei entzündetem Zahnfleisch, Säureblockern oder geschwächter Darmflora siedeln sich manche im Darm an.
Wie sicher ist die Forschung? Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
Gesichert ist, dass Mund- und Darmflora verbunden sind und gute Zahnpflege Zahnfleischentzündungen verhindert. Dass das den Darm schützt, ist plausibel und bei Tieren gezeigt, beim Menschen aber nur über Zusammenhänge belegt.
Ursache oder Folge? Grundursache 3 von 5:Ursache und Folge
Die Mundflora ist Einfallstor und Spiegel zugleich: Sie leidet unter Säureblockern und kann Entzündung in den Körper tragen.
Gesunder Zustand
Der Mund ist nach dem Darm der am dichtesten besiedelte Ort des Körpers, mit Hunderten Bakterienarten auf Zähnen, Zunge, Zahnfleisch und im Speichel. Dazu kommen Pilze, Viren und Bakteriophagen Viren, die nur Bakterien befallen. Im Darm gibt es vermutlich ähnlich viele Phagen wie Bakterien, vielleicht mehr, und sie steuern mit, welche Bakterien sich durchsetzen. Mehr im Kapitel „Bakteriophagen: die Jäger im Darm“, also Viren, die Bakterien befallen. Jede Stelle hat ihre eigene Gemeinschaft: Auf der rauen Zunge leben andere Arten als in den Zahnfleischtaschen, wo kaum Sauerstoff hinkommt.
Der Mund ist zugleich der erste Teil der Verdauung. Beim Kauen wird die Nahrung zerkleinert, damit Enzyme und Säure später mehr Angriffsfläche haben. Speichel macht den Bissen gleitfähig und beginnt mit der Stärkeverdauung, und er enthält Stoffe, die Bakterien in Schach halten, darunter IgA (sekretorisches IgA) Antikörper der Schleimhäute. Er wird in großer Menge in den Darm abgegeben und hält dort Keime im Schleim fest, ohne Entzündung auszulösen. Mehr im Kapitel „IgA: der Antikörper, der den Darm sauber hält, und was Vitamin A, D und Omega-3 damit zu tun haben“, Lysozym und Laktoferrin. Etwa ein bis eineinhalb Liter bilden die Speicheldrüsen pro Tag; nachts fließt deutlich weniger, deshalb vermehren sich Bakterien über Nacht und der Atem riecht morgens oft schlecht.
Mit dem Speichel schlucken wir ständig eine riesige Menge Mundbakterien. Früher galt, dass praktisch keines davon im Darm ankommt. Eine Untersuchung von Speichel- und Stuhlproben von 470 Menschen aus fünf Ländern zeigte etwas anderes: Bei Gesunden fanden sich die gleichen Bakterienstämme oft in Mund und Darm. Die Mehrzahl dieser Arten konnte übertreten, und viele siedeln sich nach Einschätzung der Forschenden im Darm an. Der Mund ist also ein ständiger Nachschub für den Darm.
Dass das meist harmlos bleibt, liegt an mehreren Schutzschichten. Die Magensäure tötet viele Bakterien ab. Galle und die Wandernder motorischer Komplex Eine Welle aus Muskelbewegungen, die im nüchternen Zustand etwa alle eineinhalb bis zwei Stunden Magen und Dünndarm leer schiebt. Essen unterbricht sie. Mehr im Kapitel „Intervallfasten und Essenszeiten: 16:8, 5:2 und Ramadan“ des Dünndarms tun ihr Übriges. Und die eingesessene Mikrobiom, Darmflora Die Gemeinschaft aller Mikroben im Darm, vor allem Bakterien, dazu Viren, Pilze und Archaeen. Die meisten leben im Dickdarm. Mehr im Kapitel „Mikrobielle Vielfalt aufbauen“ besetzt die Plätze, sodass Neuankömmlinge schwer Fuß fassen. Auch IgA-Antikörper halten Mundbakterien im Darm in Schach.
Der Mund hat außerdem eine eigene Aufgabe für den Kreislauf. Bakterien auf der Zunge wandeln Nitrat aus Gemüse in Nitrit um. Daraus bildet der Körper Stickstoffmonoxid, das die Gefäße weitet. Dieser Weg hängt direkt von der Mundflora ab.
Gestörter Zustand: Ursachen und Folgen
Zahnbelag ist ein Biofilm Eine Gemeinschaft von Mikroben, die an einer Oberfläche haftet und sich in eine selbst gebildete Schutzhülle einbettet, etwa Zahnbelag. Mehr im Kapitel „Biofilme im Darm und „Biofilm-Buster““: Bakterien kleben in einer selbst gebildeten Schleimschicht Eine Gelschicht aus Muzinen auf der Darmwand, die Bakterien auf Abstand hält. Im Dickdarm ist die innere Schicht fast keimfrei. Mehr im Kapitel „Die Schleimschicht und Zusatzstoffe“ an der Zahnoberfläche, in der sie vor Spülung und Abwehr geschützt sind. Bleibt er am Zahnfleischrand liegen, entzündet sich das Zahnfleisch (Gingivitis), es blutet und schwillt an. Reicht die Entzündung bis in den Kieferknochen, spricht man von Parodontitis. Dabei verschiebt sich die Gemeinschaft hin zu Arten, die ohne Sauerstoff wachsen und Entzündung nähren. Fachleute sprechen von einem Teufelskreis: Das entzündete Zahnfleisch liefert Nährstoffe aus dem Blut, die genau diese Arten fördern.
Wie viel Schutz der Speichel bietet, hängt von seiner Menge ab. Mundtrockenheit ist häufig, besonders im Alter, und kommt von vielen Medikamenten, etwa gegen Allergien, Depression, Blasenschwäche oder Bluthochdruck, von Mundatmung und von Autoimmunerkrankung Eine Erkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift, etwa die Schilddrüse bei Hashimoto oder die Pigmentzellen bei Vitiligo. Mehr im Kapitel „Autoimmunerkrankungen und Darm: Hashimoto, Vitiligo, Typ-1-Diabetes und Co.“ wie dem Sjögren-Syndrom. Ohne Speichel steigen Karies, Pilzbefall und Zahnfleischentzündungen. Auch Rauchen, Diabetes und Schwangerschaft machen das Zahnfleisch anfälliger. Wer schlecht kauen kann, etwa wegen Zahnverlust oder schlecht sitzender Prothese, wählt oft weichere, nährstoffärmere Kost und schluckt gröbere Brocken.
In Mäusen gelangten Parodontitis-Keime in den Darm und verstärkten dort eine Darmentzündung, zusammen mit Abwehrzellen, die im entzündeten Mund geprägt worden waren und in den Darm wanderten. In einer japanischen Studie siedelten sich Klebsiella-Stämme aus dem Speichel von Menschen im Darm keimfreier Mäuse an. Sie waren gegen mehrere Antibiotika resistent, setzten sich vor allem bei gestörter Darmflora durch und lösten bei anfälligen Tieren eine starke Entzündung aus.
Beim Menschen gibt es passende Zusammenhänge. Menschen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung haben häufiger Parodontitis. Bei Leberzirrhose stammte über die Hälfte der vermehrten Darmarten ursprünglich aus dem Mund. Bei Darmkrebs fanden Forschende denselben Stamm von Fusobacterium nucleatum im Tumor und im Mund. Was davon Ursache und was Folge ist, ist offen, und es gibt keine Studie, die zeigt, dass bessere Mundhygiene diese Erkrankungen verhindert.
Säureblocker öffnen das Tor weiter. Bei Menschen, die Protonenpumpenhemmer (PPI) Säureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol. Sie hemmen die Säurepumpe in der Magenschleimhaut. Mehr im Kapitel „Säureblocker (PPI): was sie im Darm verändern und wie man sie richtig absetzt“ nehmen, finden sich deutlich mehr Mundbakterien im Stuhl, weil die Magensäure als Filter fehlt. Ähnliches zeigte sich bei Menschen mit IgA-Mangel.
Auch zu viel Hygiene kann schaden. Antiseptische Mundspülung mit Chlorhexidin senkte in einer Studie die Nitritbildung im Mund um 90 Prozent und den Nitritspiegel im Blut um ein Viertel. Der Blutdruck stieg um 2 bis 3,5 mmHg. Nach einer Woche Chlorhexidin war der Speichel saurer und die Mundflora deutlich verschoben. In einer Beobachtungsstudie hatten Menschen, die zweimal täglich Mundspülung nutzten, in drei Jahren häufiger Diabetes oder eine Vorstufe. Wichtig bleibt die Einordnung: Das sind kleine Studien und Zusammenhänge, keine Beweise, dass Mundspülung dem Darm oder Herz schadet.
Woher es kommt und wohin es führt
Dieselben Beschwerden können verschiedene Wurzeln haben. Diese Karte zeigt, was an diesem Problem beteiligt sein kann und was daraus folgen kann.
Mögliche Ursachen. Säureblocker (PPI), Sodbrennen, Hormone & Zyklus, Long Covid, POTS & Bindegewebe, Ausdauersport. Mögliche Folgen. Verdauungskette, Entzündung, Schwache Verdauung, Brain Fog & Erschöpfung, Nährstoffmangel, Blähungen, Durchfall
- Mögliche Ursachen
- Dieses Problem
- Mögliche Folgen
Die Vorschau passt sich der Bildschirmbreite an. In der großen Karte siehst du alles auf einmal.
Fahre mit der Maus über einen Kasten: Seine Verbindungen werden hervorgehoben, alles andere tritt zurück.
Tippe einen Kasten an: Seine Verbindungen werden hervorgehoben. Ein zweiter Tipp öffnet das Kapitel.
Zusammenhänge, keine Gewissheit: Eine Verbindung heißt „kann“, nicht „muss“. Was auf dich zutrifft, klärt das Gespräch mit Ärztin oder Arzt.
Was oft hilft
Lebensstil
Ernährung, Bewegung, Schlaf, Kontakte und Stressumgang.
- Zähne und Zahnzwischenräume reinigen Zweimal täglich Zähneputzen mit Fluoridzahnpasta ist die Basis. Zahnseide oder Zwischenraumbürsten verringern zusätzlich Zahnfleischentzündungen, laut einer Cochrane-Übersicht mit geringer Sicherheit, aber konsistent. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1]
- Antiseptische Mundspülung nicht als Dauerroutine Chlorhexidin ist für begrenzte Zeit sinnvoll, etwa nach Eingriffen oder auf zahnärztlichen Rat. Täglich ohne Grund verwendet, verschiebt es die Mundflora und schwächt die Nitrat-Umwandlung. Wer Mundspülung mag, fragt nach milden Produkten und dem richtigen Einsatz. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2][3][4]
- Nicht rauchen, wenig Zucker Rauchen und häufiger Zucker fördern Parodontitis und Karies. Das ist klassische Zahnmedizin; für den Darm gibt es keine eigene Studie, aber über die Mundflora ist ein Nutzen plausibel. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
- Gründlich kauen, Speichel in Gang halten Langes Kauen zerkleinert die Nahrung und regt den Speichelfluss an; das entlastet Magen und Dünndarm. Gut belegt ist das für den Darm nicht, es folgt dem Mechanismus. Zuckerfreier Kaugummi und genug Trinken helfen, wenn der Mund oft trocken ist. Wer meist durch den Mund atmet, trocknet ihn zusätzlich aus. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
Natürliche Supplemente
Nahrungsergänzung ersetzt keine Abklärung. Dosierung und Wechselwirkungen besprich mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.
- Ölziehen, Zungenschaber und Mund-Probiotika Für Ölziehen gibt es keine guten Belege, dass es Zahnfleisch oder Darm schützt. Ein Zungenschaber kann Mundgeruch mindern, mehr ist nicht gezeigt. Probiotika-Lutschtabletten für den Mund sind kaum untersucht. Keines davon ersetzt Zähneputzen und Zahnarzt. Experimentell So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
Medizinische Eingriffe
Information, keine Behandlungsempfehlung. Entscheide gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt. Zulassung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Land.
- Parodontitis behandeln lassen Bei Diabetes senkte die professionelle Behandlung der Parodontitis den Langzeitzucker HbA1c um etwa 0,4 Prozentpunkte nach drei bis vier Monaten, mit mittlerer Sicherheit. Für den Darm fehlen solche Studien, aber eine behandelte Entzündung im Mund ist in jedem Fall ein Gewinn. Zahnfleischbluten ist ein Grund für einen Termin in der Zahnarztpraxis. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5]
- Säureblocker überprüfen Wer dauerhaft Protonenpumpenhemmer nimmt, lässt prüfen, ob es noch nötig ist. Ohne Magensäure gelangen deutlich mehr Mundbakterien in den Darm. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [6][7]
- Bei Darmentzündung auch an den Mund denken Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben häufiger Parodontitis. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen gehören deshalb zur Betreuung dazu. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [8][9]
- Mundtrockenheit abklären Hält die Mundtrockenheit an, lohnt ein Blick auf die eigenen Medikamente: Manchmal gibt es eine Alternative, oder die Dosis lässt sich anpassen. Bei trockenem Mund und trockenen Augen kann eine Autoimmunerkrankung dahinterstecken. Zahnärztliche Kontrollen sollten dann öfter stattfinden, weil Karies schneller entsteht. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
Lust auf etwas ganz anderes? Noch eins, zufällig
So bewerten wir die Studienlage
- Vertrauens-Score 5 von 5:Gesichert
- Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen.
- Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt
- Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis.
- Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend
- Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien.
- Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
- Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft.
- Vertrauens-Score 1 von 5:Experimentell
- Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.
Quellen
- Worthington et al. 2019: Reinigung der Zahnzwischenräume, Cochrane-Übersicht
- Kapil et al. 2013: Antiseptische Mundspülung senkt Nitrit und erhöht den Blutdruck, 19 Personen (Free Radical Biology & Medicine)
- Bescos et al. 2020: Chlorhexidin-Mundspülung verändert die Mundflora, 36 Personen (Scientific Reports)
- Joshipura et al. 2017: Mundspülung und Diabetes-Risiko, Beobachtungsstudie (Nitric Oxide)
- Simpson et al. 2022: Parodontitis-Behandlung und Blutzucker bei Diabetes, Cochrane-Übersicht
- Imhann et al. 2016: Säureblocker verändern die Darmflora, 1815 Personen (Gut)
- Freedberg et al. 2017: Nutzen und Risiken der Langzeiteinnahme von PPI, AGA-Empfehlung (Gastroenterology)
- Papageorgiou et al. 2017: Chronisch entzündliche Darmerkrankung und Mundgesundheit, Meta-Analyse (Journal of Clinical Periodontology)
- Kitamoto & Kamada 2023: Die Mund-Darm-Achse, ein fehlendes Puzzleteil bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Übersicht (Inflammation and Regeneration)
- Schmidt et al. 2019: Mundbakterien gelangen regelmäßig in den Darm (eLife)
- Atarashi et al. 2017: Klebsiella aus dem Mund lösen im Darm Entzündung aus, Maus (Science)
- Kitamoto et al. 2020: Parodontitis verstärkt Darmentzündung, Maus (Cell)
- Fadlallah et al. 2018: Darmflora bei Menschen mit IgA-Mangel (Science Translational Medicine)
- Qin et al. 2014: Darmflora bei Leberzirrhose mit vielen Arten aus dem Mund (Nature)
- Komiya et al. 2019: Gleiche Fusobacterium-Stämme in Darmkrebs und Mund (Gut)
Dein Fortschritt
Melde dich an, um Kapitel als gelesen zu markieren, zu bewerten oder zur Prüfung zu melden. Ein Konto ist freiwillig und kostenlos.
Stimmt hier etwas nicht?
Wenn du denkst, dass etwas falsch, veraltet oder missverständlich ist, melde es zur Prüfung. Jeder Hinweis wird gelesen und beantwortet.
Melde dich an, um Kapitel als gelesen zu markieren, zu bewerten oder zur Prüfung zu melden. Ein Konto ist freiwillig und kostenlos.