Verdauungsleistung

Wenn das Supplement selbst das Problem ist: Eisen, Magnesium, Hilfsstoffe und Co.

Wer mit dem Darm kämpft, nimmt oft mehrere Nahrungsergänzungen gleichzeitig. Manche davon lösen genau die Beschwerden aus, gegen die sie helfen sollen. Welche Mittel typischerweise Durchfall, Verstopfung oder Blähungen machen, was in Tabletten außer dem Wirkstoff steckt und wie du den Übeltäter findest.

Wie sicher ist die Forschung? Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend

Gut belegt ist, dass Eisentabletten den Magen-Darm-Trakt reizen und dass Magnesium in größeren Mengen abführt; Magnesiumoxid wird sogar als Abführmittel eingesetzt. Dass fast alle Tabletten Hilfsstoffe wie Milchzucker enthalten, ist gezählt. Ob diese Mengen im Einzelfall Beschwerden machen, ist dagegen kaum untersucht, und viele Hinweise zu einzelnen Präparaten stammen aus Erfahrungsberichten.

Ursache oder Folge? Grundursache 3 von 5:Ursache und Folge

Nahrungsergänzungen sind oft eine unterschätzte, aber leicht behebbare Ursache von Durchfall, Verstopfung und Blähungen. Weil sie häufig wegen Darmbeschwerden genommen werden, können sie einen Kreislauf in Gang setzen.

Gesunder Zustand

Nahrungsergänzungsmittel sollen eine Lücke schließen, etwa bei Eisenmangel, niedrigem Vitamin D oder zu wenig Ballaststoffen. Damit der Körper einen Stoff nutzen kann, muss er ihn im Dünndarm aufnehmen. Was dort nicht aufgenommen wird, wandert weiter in den Dickdarm. Dort kann es Wasser binden, von Bakterien vergoren werden oder die Schleimhaut reizen.

Bei vielen Mineralstoffen ist die Aufnahme begrenzt. Der Körper nimmt Eisen und Magnesium nur in kleinen Portionen auf und regelt das selbst nach Bedarf. Beim Eisen gibt es dafür ein eigenes Hormon, Hepcidin: Ist genug da, oder kam gerade eine große Portion an, steigt Hepcidin und bremst die Aufnahme für etwa einen Tag. Das ist sinnvoll, denn zu viel Eisen schadet. Es bedeutet aber auch, dass ein großer Teil einer hohen Dosis den Darm unverändert durchläuft.

Eine Tablette ist außerdem nie nur Wirkstoff. Damit sie sich pressen lässt, haltbar ist, gut schmeckt und sich im richtigen Moment auflöst, kommen Hilfsstoffe dazu: Füllstoffe, Bindemittel, Überzüge, Süßungsmittel, Farbstoffe. Bei Arzneimitteln sind sie meist auf dem Beipackzettel aufgeführt, bei Nahrungsergänzungen auf der Verpackung. Für die meisten Menschen sind diese Mengen unproblematisch.

DünndarmTabletteaufgenommenDickdarmwenig Rest
Der Dünndarm nimmt den Wirkstoff in der Menge auf, die der Körper braucht. Im Dickdarm kommt nur wenig an.

Gestörter Zustand: Ursachen und Folgen

Eisentabletten gehören zu den häufigsten Auslösern. Eine Meta-Analyse Eine Auswertung, die die Ergebnisse mehrerer Studien zusammenrechnet. Sie ist nur so gut wie die Studien, die sie einschließt. aus 43 Studien mit fast 7 000 Erwachsenen fand, dass Eisensulfat, die übliche Form, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung, Durchfall und Bauchschmerzen gegenüber Placebo Ein Scheinmittel ohne Wirkstoff. Der Vergleich damit zeigt, wie viel ein Mittel über Erwartung und Zufall hinaus bewirkt. mehr als verdoppelte. Das unaufgenommene Eisen im Dickdarm wirkt dort auch auf die Bakterien: Viele Krankheitserreger brauchen Eisen zum Wachsen. In einer Studie mit Säuglingen in Kenia vermehrten sich durch eisenangereicherten Brei Enterobakterien und krankmachende E.-coli-Stämme, und ein Entzündungsmarker im Stuhl stieg. Bei Erwachsenen in Europa ist die Lage anders, der Mechanismus aber derselbe.

Magnesium zieht Wasser in den Darm. Was im Dünndarm nicht aufgenommen wird, hält im Dickdarm Wasser fest und macht den Stuhl weich. Magnesiumoxid wird deshalb als Abführmittel eingesetzt: In einer Studie mit 90 Menschen mit Verstopfung besserte es die Beschwerden genauso gut wie Sennesblätter. Wer Magnesium gegen Krämpfe oder für den Schlaf nimmt, bekommt diesen Effekt ungewollt mit. Die EU-Lebensmittelbehörde setzt für Magnesium aus Nahrungsergänzungen eine Obergrenze von 250 mg am Tag, Magnesium aus dem Essen nicht mitgerechnet.

Hilfsstoffe werden oft übersehen. Eine Auswertung von über 42 000 Arzneimitteln zählte im Schnitt 8,8 Hilfsstoffe pro Tablette oder Kapsel. 45 Prozent enthielten Milchzucker und 55 Prozent mindestens einen vergärbaren Zucker aus der FODMAP Abkürzung für vergärbare Zucker und Zuckeralkohole, die im Dünndarm schlecht aufgenommen werden, etwa Fruktane, Milchzucker, Fruchtzucker und Sorbit. Mehr im Kapitel „Low-FODMAP richtig anwenden“-Gruppe, etwa Mannit oder Sorbit. Meist sind das kleine Mengen. Wer aber mehrere Tabletten am Tag nimmt, empfindlich auf FODMAPs reagiert oder Kautabletten und Gummibärchen-Vitamine mit Zuckeralkoholen lutscht, kommt schnell auf eine spürbare Menge.

Proteinpulver, Riegel und Sportgetränke sind eine eigene Fehlerquelle. Molkenprotein als Konzentrat enthält Milchzucker, viele Pulver sind mit Süßstoffen, Zuckeralkoholen, Inulin oder Verdickungsmitteln versetzt. Kreatin kann in größeren Einzelportionen Durchfall machen: Bei 59 Fußballern bekamen mit 10 Gramm auf einmal 56 Prozent Durchfall, mit zweimal 5 Gramm nicht mehr als mit Placebo.

Auch was dem Darm helfen soll, kann ihn belasten. Ballaststoffpräparate wie Inulin gären stark und machen bei empfindlichem Darm Blähungen. Probiotika Lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge einen Nutzen haben sollen. Die Wirkung hängt vom einzelnen Stamm ab. Mehr im Kapitel „Fermentierte Lebensmittel richtig nutzen“ vertragen nicht alle: In einer kleinen Studie mit Menschen mit Benommenheit und Blähungen hatten alle Betroffenen Probiotika genommen, und nach dem Absetzen zusammen mit einer Antibiotikabehandlung besserten sich die Beschwerden bei den meisten. Was davon am Absetzen lag, lässt sich aus der Studie nicht trennen.

Das Tückische ist, dass die Beschwerden oft schleichend kommen und niemand an das Präparat denkt. Wer mehrere Mittel gleichzeitig beginnt, kann nicht mehr sagen, welches stört. Und weil viele Präparate wegen Darmbeschwerden genommen werden, entsteht leicht ein Kreislauf: Die Beschwerden werden schlimmer, also kommt das nächste Mittel dazu.

Dünndarmviele Präparategroßer RestDurchfall, BlähungenWasserGärung
Bei hoher Dosis und vielen Hilfsstoffen bleibt viel übrig. Im Dickdarm zieht es Wasser an, gärt oder reizt die Schleimhaut.

Woher es kommt und wohin es führt

Dieselben Beschwerden können verschiedene Wurzeln haben. Diese Karte zeigt, was an diesem Problem beteiligt sein kann und was daraus folgen kann.

Mögliche Ursachen. . Mögliche Folgen. Verstopfung, Blähungen, Durchfall, Divertikel & Hämorrhoiden, Essensangst, Bauchschmerzen, Nährstoffmangel, Brain Fog & Erschöpfung

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Zusammenhänge, keine Gewissheit: Eine Verbindung heißt „kann“, nicht „muss“. Was auf dich zutrifft, klärt das Gespräch mit Ärztin oder Arzt.

Was oft hilft

Lebensstil

Ernährung, Bewegung, Schlaf, Kontakte und Stressumgang.

  • Eine Liste aller Präparate schreiben Schreib auf, was du täglich nimmst, mit Dosis, Form und Zeitpunkt, auch Kautabletten, Pulver, Tees und Riegel. Allein diese Liste zeigt oft, dass es mehr ist als gedacht. Sie hilft auch beim Arztbesuch, weil manche Mittel mit Medikamenten zusammenwirken. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1]
  • Testphase: zwei Wochen ohne, dann einzeln zurück Wenn kein Mittel ärztlich verordnet ist, kannst du alle Nahrungsergänzungen zwei Wochen weglassen und das Tagebuch führen. Danach jeweils nur ein Mittel wieder dazunehmen und einige Tage abwarten. Verordnete Präparate wie Eisen bei Blutarmut, Vitamin B12 oder Vitamin D nach Mangel nicht eigenmächtig absetzen, sondern das Vorgehen besprechen. Die Testphase dazu findest du unter Testphasen. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]
  • Etiketten lesen Auf Hilfsstoffe wie Lactose, Sorbit, Mannit, Xylit, Maltit, Inulin oder Isomalt achten, vor allem bei Kautabletten, Gummis, Brausetabletten und Pulvern. Bei Proteinpulver sind Isolate ärmer an Milchzucker als Konzentrate. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1][3][4]

Natürliche Supplemente

Nahrungsergänzung ersetzt keine Abklärung. Dosierung und Wechselwirkungen besprich mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.

  • Eisen: jeden zweiten Tag statt täglich Nach einer Eisentablette bremst das Hormon Hepcidin die Aufnahme für etwa einen Tag. In Studien mit Frauen mit Eisenmangel wurde Eisen jeden zweiten Tag besser aufgenommen als täglich oder zweimal täglich. Weniger Tabletten heißt auch weniger Eisen, das den Darm reizt. Das Schema mit der Ärztin oder dem Arzt absprechen. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [5][6]
  • Magnesium: Dosis teilen oder senken Macht Magnesium weichen Stuhl, hilft es oft, die Menge zu senken oder auf zwei Portionen zum Essen zu verteilen. Magnesiumoxid und größere Mengen Citrat wirken besonders stark abführend. Bei Verstopfung kann man diesen Effekt dagegen bewusst nutzen. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [7][8]
  • Kreatin und Pulver in kleineren Portionen Kreatin auf zwei kleinere Portionen verteilen statt einmal 10 Gramm. Proteinpulver ohne Zuckeralkohole und Inulin wählen und testweise mit Wasser statt Milch mischen. Plausibel So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [9]

Medizinische Eingriffe

Information, keine Behandlungsempfehlung. Entscheide gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt. Zulassung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Land.

  • Eisenmangel ärztlich behandeln lassen Wer Eisentabletten nicht verträgt, sollte nicht einfach aufhören, sondern die Behandlung anpassen lassen: andere Form, anderes Schema oder Eisen als Infusion. Die Infusion umgeht den Darm vollständig und macht keine Magen-Darm-Beschwerden. Und ein Eisenmangel braucht immer eine Erklärung. Gut belegt So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]
  • Hilfsstoffe in Medikamenten erfragen Bei bekannter Laktoseunverträglichkeit oder FODMAP-Empfindlichkeit lohnt eine Frage in der Apotheke: Oft gibt es denselben Wirkstoff von einem anderen Hersteller ohne Milchzucker oder Sorbit. Verordnete Medikamente nicht auf eigene Faust wechseln oder absetzen. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [1]
  • Neue Beschwerden mit dem Präparat in Verbindung bringen Wenn Beschwerden kurz nach dem Beginn eines neuen Mittels auftreten, erwähne das beim Arztbesuch. Schwarzer Stuhl ist bei Eisen normal, teerartig glänzender Stuhl, Blut oder starke Bauchschmerzen gehören dagegen sofort ärztlich abgeklärt. Vielversprechend So bewerten wir die Studienlage Gesichert Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen. Gut belegt Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis. Vielversprechend Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien. Plausibel Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft. Experimentell Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen. [2]

Aus der Community: Was Betroffene berichten

Erfahrungen und Tipps von Betroffenen, die immer wieder auftauchen, für die es aber noch keine aussagekräftigen Studien gibt. Sie sind ausdrücklich kein Beleg.

  • Alles weglassen und einzeln wieder einführen

    In Supplement- und Reizdarmforen ist das der häufigste Rat an Menschen mit unklaren Bauchbeschwerden: alle Nahrungsergänzungen für ein bis zwei Wochen weglassen und dann eine nach der anderen wieder einführen. Viele berichten, dass sie so einen Auslöser gefunden haben, mit dem sie nicht gerechnet hätten, etwa ein Multivitamin, Vitamin C in hoher Dosis oder einen Kurkuma-Extrakt. Andere schreiben, es habe sich nichts geändert und die Beschwerden hätten andere Ursachen gehabt. Wiederkehrend ist der Hinweis, mehrere neue Mittel nicht gleichzeitig zu beginnen.

    Beleglage: keine Studien Wo berichtet wird: IBS Network bei HealthUnlocked (Selbsthilfe-Forum),r/Supplements (Reddit-Community)

  • Magnesium und weicher Stuhl

    Viele erzählen, dass sie Magnesium für Schlaf, Krämpfe oder Stimmung begonnen und dann Durchfall bekommen haben, oft schon Stunden nach der Einnahme. Häufig berichtet wird, dass eine kleinere Dosis, die Verteilung auf zwei Portionen oder ein Wechsel der Form geholfen habe. Manche hatten auch danach noch Beschwerden und fanden eine andere Ursache. Umgekehrt nutzen einige das Magnesium bewusst gegen Verstopfung.

    Beleglage: erste Hinweise Wo berichtet wird: Thyroid UK bei HealthUnlocked (Selbsthilfe-Forum),r/Supplements (Reddit-Community)

  • Zink auf nüchternen Magen

    In Supplementforen kehrt die Erfahrung wieder, dass Zink auf leeren Magen starke Übelkeit macht, manchmal bis zum Erbrechen, kurz nach der Einnahme. Die meisten berichten, dass es mit einer Mahlzeit verschwand. Mehrfach wird darauf hingewiesen, dass auch Multivitamine und B-Vitamine auf nüchternen Magen Übelkeit auslösen können.

    Beleglage: keine Studien Wo berichtet wird: r/Supplements (Reddit-Community)

  • Wenn das Probiotikum es schlimmer macht

    In Reizdarmforen berichten viele, dass ein Probiotikum oder Kefir ihre Blähungen, Bauchschmerzen und Winde verstärkt habe, manchmal erst nach Wochen. Andere schreiben, ein Präparat habe ihnen lange geholfen und dann nicht mehr. Wiederkehrend ist der Rat, ein Probiotikum nach einigen Wochen ohne klaren Nutzen wieder abzusetzen, statt die Dosis zu erhöhen.

    Beleglage: widersprüchlich Wo berichtet wird: IBS Network bei HealthUnlocked (Selbsthilfe-Forum),HealthUnlocked IBS Support (Forum)

Erfahrungsberichte können täuschen: Was vielen hilft, kann Placebo sein, und was einem hilft, kann anderen schaden. Nimm sie als Anregung für Fragen an Ärztin, Arzt oder Apotheke – nicht als Anleitung.

Lust auf etwas ganz anderes? Noch eins, zufällig

So bewerten wir die Studienlage
Vertrauens-Score 5 von 5:Gesichert
Empfehlung in ärztlichen Leitlinien oder mehrere übereinstimmende Meta-Analysen randomisierter Studien am Menschen.
Vertrauens-Score 4 von 5:Gut belegt
Mehrere randomisierte Studien am Menschen mit überwiegend gleichem Ergebnis.
Vertrauens-Score 3 von 5:Vielversprechend
Einzelne randomisierte oder kontrollierte Studien am Menschen, noch nicht unabhängig bestätigt – oder viele übereinstimmende Beobachtungsstudien.
Vertrauens-Score 2 von 5:Plausibel
Zwei Fälle: erste Beobachtungs- oder Pilotstudien mit kleinen Fallzahlen – oder eine gesicherte Grundlage, die fachlich unbestritten ist, etwa Bewegung, Schlaf oder Esspausen. Am Menschen aber nicht an Beschwerden geprüft.
Vertrauens-Score 1 von 5:Experimentell
Am Menschen kaum untersucht. Vor allem Labor- und Tierversuche oder theoretische Überlegungen; ob es hilft, ist offen.

Quellen

  1. Reker et al. 2019: „Inaktive“ Hilfsstoffe in Arzneimitteln, Auswertung von über 42 000 Präparaten (Science Translational Medicine)
  2. Tolkien et al. 2015: Eisensulfat verursacht Magen-Darm-Beschwerden, Meta-Analyse aus 43 Studien (PLOS ONE)
  3. Storey et al. 2007: Verträglichkeit von Erythrit und Xylit, randomisiert und doppelblind (European Journal of Clinical Nutrition)
  4. Shaukat et al. 2010: Systematische Übersicht, 12 bis 15 g Laktose werden von den meisten Erwachsenen vertragen (Annals of Internal Medicine)
  5. Stoffel et al. 2017: Eisen jeden zweiten Tag wird besser aufgenommen als täglich, zwei randomisierte Studien (Lancet Haematology)
  6. Stoffel et al. 2020: Eisenaufnahme jeden zweiten Tag gegenüber täglich bei Frauen mit Blutarmut (Haematologica)
  7. Morishita et al. 2021: Sennesblätter gegen Magnesiumoxid bei Verstopfung, randomisiert mit 90 Personen (American Journal of Gastroenterology)
  8. EFSA 2025: Übersicht der zulässigen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe, Version 11
  9. Ostojic und Ahmetovic 2008: Magen-Darm-Beschwerden durch Kreatin hängen von der Einzeldosis ab, 59 Fußballer (Research in Sports Medicine)
  10. Jaeggi et al. 2015: Eisenanreicherung verschiebt die Darmflora und fördert Erreger bei Säuglingen in Kenia, randomisiert (Gut)
  11. Studie 2018: Benommenheit, Blähungen, Probiotika und D-Laktat-Azidose bei 38 Patienten

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